Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus - hat aber deutlich weniger Menschen das Leben gekostet als bislang angenommen. In Mexiko wurde die Zahl der Toten drastisch nach unten korrigiert.
Die mexikanischen Behörden haben ihre Angaben über die Zahl der Schweinegrippe-Opfer drastisch korrigiert.
Die Angst vor der Schweinegrippe legt weiterhin das öffentliche Leben in Mexiko lahm. (© Foto:)
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Insgesamt seien bisher bei 26 Menschen Infektionen mit dem mutierten Virus nachgewiesen worden, davon seien sieben gestorben, teilte Gesundheitsminister José Àngel Córdova am Dienstagabend mit. In 13 weiteren Todesfällen seien auf Empfehlung der WHO zusätzliche Untersuchungen eingeleitet worden.
Bisher waren die Behörden von 20 Toten durch das neuartige H1N1-Virus ausgegangen. Eine bislang genannte Zahl von 159 Toten bezieht sich auf die Grippetoten, die insgesamt in den vergangenen vier Wochen in Mexiko registriert worden sind.
In diesem Zeitraum seien 2498 Infizierte in Krankenhäusern behandelt worden, sagte Córdova. Viele hätten die Kliniken aber inzwischen gesund verlassen. 1311 Erkrankte sind noch in Behandlung. Die Staaten Mittelamerikas baten deshalb die internationale Gemeinschaft um Hilfe: Benötigt würden vor allem Medikamente.
Trotz der neuen Zahlen legt die Angst vor der Schweinegrippe weiterhin das öffentliche Leben in Mexiko lahm. Schulen und Universitäten blieben geschlossen, in Mexiko-Stadt zudem alle Sportstätten, Kinos und Theater. Lokale durften nur Bestellungen für außer Haus annehmen. Die archäologischen Stätten im Land, darunter weltberühmte Bauwerke der Azteken und Maya, wurden bis auf weiteres geschlossen. Bei einer Parlamentssitzung trugen die Abgeordneten Atemmasken.
Zwei bestätigte Schweinegrippe-Erkrankungen gab es am Dienstagabend auch in Großbritannien, zwei weitere in Spanien. Bei allen Patienten ist der Zustand jedoch nicht bedrohlich. In Deutschland wurden bislang drei Infizierte bestätigt. In Österreich war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine 28-Jährige mit dem Schweingrippe-Virus H1N1 infiziert, wie der Leiter des Wiener Universitätsinstituts für Virologie nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte.
Notstand in Kalifornien
In den USA stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungsfälle auf 66. Laut WHO sind nicht alle Infizierten in Mexiko gewesen, einige haben sich also vermutlich in den USA angesteckt. Im Bundesstaat Kalifornien rief Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Notstand aus, betonte aber, es bestehe kein Anlass zu Alarmismus. Im Bezirk Los Angeles überprüften die Behörden einen Todesfall, der möglicherweise in Zusammenhang mit der Schweinegrippe stehen könnte.
US-Präsident Barack Obama forderte den Kongress auf, rund anderthalb Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Schweinegrippe zu bewilligen. Seine neue Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius beauftragte er nach ihrer Vereidigung am Dienstag damit, die Entwicklung der Schweinegrippe in den USA genau im Auge zu behalten.
Als erstes zentralamerikanisches Land bestätigte Costa Rica zwei Krankheitsfälle. In Kanada stieg die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Infektionen von acht auf 13, in Neuseeland auf 14. In Australien werden mehr als 100 Menschen wegen entsprechender Symptome getestet. In Israel sind zwei Infektionen bestätigt. Auch aus Südkorea wurde ein Verdachtsfall gemeldet.
Aus etlichen anderen Ländern wurden weitere Verdachtsfälle gemeldet, darunter Frankreich, Belgien, die Schweiz und Chile. Weltweit wurden wegen der Ausbreitung der Krankheit die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Russland, Hongkong und Taiwan erklärten, Durchreisende mit Grippesymptomen würden sofort in Quarantäne eingewiesen. Als erstes Land stellte Kuba am Dienstag den Flugverkehr von und nach Mexiko für 48 Stunden ein.
(dpa/AP/AFP/af/gal)
Und somit beginnt das Ende einer weiteren unterhaltsamen Episode von 'Medienhype und der Weltuntergang'. Bin schon gespannt auf die naechstjaehrige Folge!
Scheint es nur so? Die Welt wird hysterischer. Noch bevor man genaues über die Schweingrippe weiss, denken alle, nun würden sämtliche Großstädte innerhalb von drei Wochen ausgelöscht. Panik und Aktivismus machen sich breit, dabei ist derzeit noch vollkommen unklar, in welchem Ausmaß die Grippe tödlich verläuft.
Warum sagt kein Politiker: Leute, wascht Euch gut die Hände, hustet nicht den anderen ins Gesicht und im Übrigen warten wir jetzt mal ab.
Wahrscheinlich wäre das die billigste Lösung, die nicht zu viel mehr Toten führen würde als all die Maßnahmen, die nun überstürzt getroffen werden.
Weltweite Panik-Headlines und dann? Opferzahlen die drastisch nach unten korrigiert werden müssen, Streit um die Namensbezeichnung, da keine Sau (bitte wörtlich nehmen) vom Virus befallen ist, erneute Abmilderung der Gefahr, da viele Medikamente wirksam sein sollen. Erneut weniger Opferzahlen. Gestern Abend im TV die Information, dass in Neuseeland 1 Fall - in Worten: EIN Fall - aufgetaucht sei. Und die USA spritzen über 1 Milliarde in die "Bekämpfung".
Eine weltumfassende Pandemie-Planung ist unerlässlich - und die Lagerung und Entwicklung geeigneter Medikamente sowieso. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Doch die boulevardesque Art in vielen Medien ist alles andere als hilfreich und in diesem speziellen Fall mischt sich bei mir so ein fader Geschmack ein, als wenn hier ggf. ein paar ganz Clevere im Pharmaumfeld gezielt für Panik sorgten, um abzukassieren. Investigativer Journalismus ist gefragt.
Z.B. in der englischen Times:
"Health Minister Jose Angel Cordova raised the toll of "probable" deaths from swine flu to 159 late Tuesday, up by seven over the day before.
Of that figure, 26 were found to have been affected by the A/H1N1 swine flu virus and seven of those "corresponded beyond any doubt to deaths caused by the new virus.""
Also, 159 "wahrscheinliche" ("probable") Fälle, 26 Fälle, wo der A/H1N1Virus gefunden wurde ("found to have been affected"), und 7 Todesfälle, die eindeutig durch den Virus ausgelöst wurde ("corresponded beyond any doubt to deaths caused by the new virus."). Das ist doch deutlich anders, als das, was hier berichtet wird! Vor allem die Angabe, das in vier Wochen in Mexiko "nur" 159 Grippetote zu beklagen waren (wäre dies nicht deutlich weniger als normal?), habe ich so bei einer schnellen Google-News-Suche nicht gefunden. Und internationale Medien schreiben eben auch, daß 26 Menschen gestorben sind (nicht einfach nur erkrankt), die A/H1N1 aufweisen. Unklar scheint in diesn Fällen nur zu sein, ob wirklich die Schweinegrippe, oder andere Umstände, letztendlich den Tod verursacht hat.
Also, solange die anderslautende SZ Meldung nicht durch andere Medien bestätigt wurd, gehe ich davon aus, daß hier einiges durcheinander gebracht wurde. Handelt es sich eventuell um Übersetzungsfehler? Liebe SZler, prüft das doch bitte nochmal nach!
Auszug aus dem Artikel: "Die mexikanischen Behörden haben ihre Angaben über die Zahl der Schweinegrippe-Opfer drastisch korrigiert. Insgesamt seien bisher bei 26 Menschen Infektionen mit dem mutierten Virus nachgewiesen worden, davon seien sieben gestorben (...)"
- Wahrhaft eine dämonische Pandemie. Also, am ersten Mai alle schön zuhause bleiben und nicht demonstrieren gehen, sonst erwischt euch noch die Ringelschwänzchen-Pandemie.