Die Zahl der Schweinegrippe-Infizierten ist weltweit noch einmal deutlich gestiegen. In Mexiko starben weitere Menschen an dem Erreger. Das Auswärtige Amt warnt dennoch nicht mehr vor Reisen in das Land.
Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle ist weltweit auf mehr als 10.000 geklettert. Wie das EU-Zentrum zur Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm mitteilte, wurden bis Mittwoch insgesamt 10.215 Infektionen mit dem neuen Virus A/H1N1 registriert.
Bild vergrößern
Viele Länder heben ihre Reisewarnungen für Mexiko auf - dennoch durfte es etwas dauern, bis auch Kellner in den Touristenzentren wieder alle Hände voll zu tun haben. (© Foto: AP)
Anzeige
Auf Europa entfiel mit 276 Kranken nur ein geringer Teil. Den Löwenanteil stellen mit 5496 Infizierten weiterhin die USA - einschließlich wahrscheinlicher, aber noch nicht bestätigter Fälle -, gefolgt von Mexiko mit 3648 Kranken.
Von den 17 betroffenen Ländern in Europa weisen Spanien und Großbritannien mit je 107 die meisten bestätigten Infizierten auf. In Europa sind alle Erkrankungen bisher milde verlaufen. Weltweit starben dem ECDC zufolge etwa 80 Menschen, die weitaus meisten in Mexiko.
Dort erlagen unterdessen zwei weitere Menschen der Schweinegrippe. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in Mexiko auf 74, wie das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt mitteilte. Bis auf sieben Opfer infizierten sich alle vor dem 23. April, dem Tag, an dem das neue Virus identifiziert wurde.
Das Auswärtige Amt rät inzwischen nicht mehr von "nicht notwendigen Reisen" nach Mexiko ab. Der Sicherheitshinweis wurde entsprechend geändert, sagte ein Behördensprecher in Berlin. Das Auswärtige Amt habe sich damit der Einschätzung anderer Länder wie Großbritannien angeschlossen.
Nach Angaben des Mexikanischen Fremdenverkehrsamts in Frankfurt besteht bei Reisen in das mittelamerikanische Land kein erhöhtes Risiko mehr, sich mit der Schweinegrippe zu infizieren.
Taiwan hat derweil den ersten bestätigten Fall von Schweinegrippe gemeldet. Bei dem Patienten handele es sich um einen 52-jährigen Ausländer, der am Montag aus New York über Hongkong kommend in Taipeh eingetroffen sei, erklärten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch. Der Mann sei weder Amerikaner noch Japaner. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt.
- Nachrichten Sensenmann im Sauseschritt 21.05.2009
- Schweinegrippe H1N1 fordert erstes Todesopfer in New York 19.05.2009
- Schweinegrippe Milliarden Impfdosen fehlen 18.05.2009
(AFP/AP/dpa/gal/mri)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Ich bin überzeugt, daß die Dunkelziffer der Virenträger in Mexiko sehr viel höher ist, aber daß viele keine oder kaum Grippe-Symptome aufweisen und sich deshalb auch nicht testen lassen. In diesem Sinne sind die fixen Zahlen der WHO reine Spekulation.
Mir gefällt Ihre Sand-Metaphorik. Den Menschen wird Sand in die Augen gestreut, stimmt, aber meines Erachtens geht das Problem weit über die aktuelle Viren-Krise hinaus. Einerseits kommt es zu Panikattacken in den Medien und Panikkäufen in den Apotheken. Andererseits wird den Menschen gerade in westlichen Ländern hinsichtlich der medizinischen Möglichkeiten ein falsches, weil lebensfernes Gefühl von Sicherheit und Machbarkeit suggeriert. Es gibt keinen 100%-igen Schutz des menschlichen Lebens; überall sind kleine Unruhestifter unterwegs, die unsere Zellkulturen gründlich durcheinanderzuwirbeln verstehen. Und wenn es nicht dieses Virus aus Mexiko ist, dann wird es ein anderes sein, vielleicht sogar eines aus Deutschland. WHO knows?!
Schon richtig was Sie schreiben. Doch unter den Gesichtspunkten stellt sich natürlich die Frage, ob dann alle H1N1 - Grippefälle wirklich erfasst wereden und damit die genannte Zahl von 10.000 überhaupt relevant ist oder nicht vielmehr dazu dient, den Menschen Sand in die Augen zu streuen.
Was wir feststelle ist doch: Es kommen Leute aus Mexico, aus den USA zurück und haben die Grippe, wie gestern und vorgestern hier in Deutschland. Wenn wir das einmal hochrechnen bedeutet es:
6 Mrd. Menschen, jeder 600.000 - ste ist infiziert; also trifft der Flugreisende, der infiziert aus dem Flugzeug steigt auf min. einen dieser 600.000 - sten. Weltweit hochgerechnet passt doch da irgendetwas nicht. Ichdenke die Zahlen, die die WHO veröffentlich sind schon einige Wochen alt oder sind reine Beschäftigungtherapie für subinformierte Statistiker ... meoint
Kuni
werden in deutschen Tageszeitungen immer ohne weitere Erklärung aufgelistet. Zwar weiß man noch zu wenig darüber, wie das Virus im Einzelfall genau funktioniert; dennoch wäre es hilfreich zu erwähnen, warum es gerade in MEXIKO zu den Todesfällen gekommen ist. Um an dieser Stelle zumindest einer Spekulation vorzubeugen: Der Standard des Gesundheitssystems in Mexiko-Stadt ist generell ausreichend. Das Problem ist eher der fehlende Versicherungsschutz vieler Mexikaner, über den gestern La Jornada berichtet hat, und ein (damit verknüpfter) Aspekt der hiesigen Mentalität: Man(n) geht hier erst zum Arzt, wenn bereits die Lungen versagen!