Schwarze Magie Tausende noch immer als Hexen verfolgt

Der Hexenhammer kommt in Europa schon lange nicht mehr zum Einsatz. Doch in anderen Regionen werden heute noch Menschen wegen angeblicher Hexerei verfolgt und getötet.

Hexenverfolgungen gibt es in Europa und den USA schon seit Hunderten Jahren nicht mehr. Doch in anderen Regionen der Welt gehören sie noch lange nicht der Vergangenheit an.

So stellte sich der Maler Hans Baldung Grien im 16. Jahrhundert Hexen vor.

(Foto: Foto: oh)

Vor allem in Afrika, Mexiko, Indien, Indonesien und Malaysia würden auch heute noch Menschen als angebliche Hexer verfolgt, sagt Rune Blix Hagen. Hagen ist einer der Organisatoren eines Kongresses in der norwegischen Stadt Vardø zum Thema Hexenjagd. Dort befassen sich seit heute rund 60 internationale Experten mit dem Phänomen.

"In diesen Ländern wurden in den vergangenen 50 Jahren mehr Hexen getötet als damals in Europa", sagt der Historiker von der Universität Tromsø. Im 16. und 17. Jahrhundert starben in Europa mehr als 50.000 der Hexerei Beschuldigte auf dem Scheiterhaufen.

Ähnlich wie in der Vergangenheit würden die wegen Hexerei verfolgten Menschen zu Sündenböcken für Krankheiten, schlechte Ernten, Unglücke und andere Missstände gemacht, sagte Hagen.

In der Demokratischen Republik Kongo seien beispielsweise Tausende behinderte und an HIV erkrankte Kinder der Hexerei beschuldigt und von selbsternannnten Priestern getötet oder auf den Straßen ausgesetzt worden.

In Afrika würden hauptsächlich Frauen und Kinder wegen angeblicher Hexerei verfolgt, sagt die Wissenschaftlerin Riitta Leinonen. "Die Männer sind weniger verwundbar, weil ihr sozialer Status solider ist."

Während Hexenverfolgungen in einigen Teilen der Welt zunähmen, steige gleichzeitig die Begeisterung für Okkultismus und heidnische Religionen.

Dabei würde der Schwerpunkt auf positive Magie und Heilpraktik gelegt, sagte Hagen.

Auch die Romane um den Zauberlehrling Harry Potter von Joanne K. Rowling und Fernsehserien wie "Charmed - Zauberhafte Hexen" hätten die Begeisterung für die positiv ausgerichtete Hexerei befördert.

An der Konferenz in Vardø nehmen Forscher aus Deutschland, Australien, Großbritannien, Island, Norwegen, Schweden und den USA teil.

Die Hauptthemen lauten "Hexenkraft in Literatur und Geschichte", "Folter, Verfolgung und Menschenrechte" sowie "Hexen, Schamanen und Dämonen". Vardø war im 17. Jahrhundert berüchtigt für seine Hexenprozesse.