Auch diese Frage beschäftigt die Forschung: Wie viel Prozent der Körperoberfläche sollten angezogen sein, um anzuziehen?
Die Frage ist so alt wie die Menschheit: Wie viel Arm, Bein oder Ausschnitt zeigt eine Frau, wenn sie einen Mann verführen will? Zu wenig, und sie bleibt ein Mauerblümchen. Zu viel, und sie sendet ein falsches Signal aus.
Wohl schon zu viel des Guten - wenn man den britischen Wissenschaftlern glaubt. (© Foto: AP)
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Die Bandbreite zur Schau gestellten Fleisches reicht von null Prozent im Fall einer von einer Burka verhüllten Afghanin bis zu deutlich mehr als 90 Prozent bei Pamela Anderson. Nun haben britische Wissenschaftler den idealen Prozentsatz herausgefunden und in der Fachzeitschrift Behaviour für vergleichende und experimentelle Verhaltensforschung veröffentlicht. Der Prozentsatz liegt nicht etwa in der goldenen Mitte zwischen Taliban und Baywatch, sondern leicht darunter - bei 40 Prozent, wobei Gesicht und Hände nicht mit eingerechnet werden.
Wie in der Tierwelt müssen Weibchen die Aufmerksamkeit der Männchen auf sich ziehen - und bei der Gattung Homo sapiens geschieht dies durch gezielten Verzicht auf Kleidung. Der Psychologe Colin Hendrie von der Universität Leeds hatte weibliche Forschungsassistenten nächtelang zwecks Beobachtungen in den größten Nachtclub der Stadt entsandt. Von einem Balkon aus verfolgten sie, welche Frauen auf der Tanzfläche wie häufig von Männern zum Tanzen aufgefordert wurden. Insgesamt werteten sie 70 Stunden Feldarbeit aus.
Die Wissenschaftler verteilten zunächst bestimmte Werte an einzelne Körperteile. Ein ganzer Arm von Handgelenk zu Schulter entsprach zehn Prozent, ein ganzes Bein vom Knöchel bis zum Hüftknochen 15 Prozent. Ein nackter Torso, den selbst alkoholisierte Britinnen in der Disco selten vorzeigen, wäre mit 50 Prozent zu Buche geschlagen.
Der ideale Attraktivitätswert wurde den Forschern zufolge mit einem ärmellosen, kurzen Kleid erreicht, das möglichst eng an den Oberschenkeln anlag.
Ein Nebenprodukt der Beobachtungen befasste sich mit der Attraktivität der Männer. Auch diese Erkenntnisse dürften die wenigsten wirklich überraschen: Am besten schnitten jene Männer bei den Frauen ab, die nicht zu dick waren und nicht zu dünn, nicht zu groß und nicht zu klein. Mit anderen Worten: Mittelmaß.
Auf der Webseite der Daily Mail, die über die Studie berichtete, erinnerte freilich ein gewisser Andy aus Peterborough daran, dass nicht jeder enthüllte Körperteil dieselbe Anziehungskraft entwickele. "40 Prozent bedeutet nicht Kebab-Bäuche, die über den zum Zerreißen gespannten Hosenbund von Supermarkt-Jeans herüber schwappen", schrieb er unwissenschaftlich und ungalant, doch fraglos zutreffend.
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(SZ vom 18.11.2009)
Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Endlich kann sich die SZ einreihen mit solchen Lichtern des Journalismus wie Daily Star, The Sun und Daily Mail, die alle diese Geschichte berichtet haben. Ich hoffe es wurde in der Redaktion ordentlich gefeiert.
In der Tierwelt, zum Beispiel bei Vögeln wie Amseln, Pfauen, usw, ist das Gefieder des Weibchens braun/grau um nicht aufzufallen. Männchen haben farbenfrohe und auffällige Gefieder. Weibchen ziehen nicht Männchen an, sondern umgekehrt, was jeder der schon mal aus dem Fenster geschaut hat wissen wird.
Aber es ist nett zu wissen dass solche klaren faktischen Fehler übersehen werden, wenn der Artikel als Anlass genommen werden kann Bilder von Frauen im Badeanzug zu zeigen. Super gemacht.
... Redaktion eines sich selbst gern als "seriös" bezeichnenden Mediums noch sinken: Da wird ein Schmonzettchen aus der "Daily Mail" breitgetreten und als "Journalismus " verkauft. Die "Mail" unterbietet unser aller Blöd-Zeitung um Lichtjahre und liefert sich allenfalls mit der "Sun" und den "News of the World" den täglichen Kampf um die unterste, die allerunterste Stufe des Boulevards.