Schminke im alten Ägypten Hübsch - und gesund

Antibakterielle Wirkung: Schminke diente den Frauen im Alten Ägypten offenbar nicht nur zur Verschönerung - sondern erfüllte auch einen ganz praktischen Zweck.

Vor knapp 4000 Jahren gab es für ägyptische Frauen viele Gründe, sich die Augen zu schminken. Es war ein Zeichen der Huldigung des Sonnengottes, es machte schön - und gesund.

Archäologie Schminke im alten Ägypten

Ägyptische Schminkgewohnheiten - nicht nur hübsch, sondern auch gesund.

(Foto: Foto: AP)

Forscher um den Franzosen Philippe Walter haben an Zellstudien gezeigt, dass der Hauptbestandteil der damaligen Lid-Schminke antibakteriell wirkte (Analytical chemistry, online). Das ist zunächst überraschend, da die Schminke vor allem Bleisalze wie Laurionit enthielt, und Blei ist eigentlich giftig. Allerdings dosierten die Ägypter das Bleisalz sehr sparsam.

Walter stellte Laurionit mithilfe von Rezepten her, die aus der Antike überliefert sind. Er entdeckte, dass niedrig dosiertes Laurionit Zellen veranlasst, vermehrt Stickoxid zu produzieren. Dies regt das Immunsystem an, Bakterien zu bekämpfen.

Hinweise auf die medizinisch wirksame Schminke erhielten die Forscher, als sie Texte römischer Gelehrter studierten, in denen sich etwa Plinius über die heilsame Wirkung bleihaltiger Augentropfen äußert.

Walter vermutet, dass auch schon den Ägyptern die antibakterielle Wirkung ihrer Schminke bewusst war. Vielleicht waren sie deshalb bereit, mehrere Wochen in die Herstellung des Make-ups zu investieren.kabl