Schiefergas-Förderung Altmaier gibt Gas-Fracking kaum Chancen

"Die Botschaft ist, wir wollen Fracking einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen": Während die FDP mit der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten liebäugelt, will Bundesumweltminister Altmaier sie erschweren.

Bundesumweltminister Peter Altmaier gibt der umstrittenen Förderung von Schiefergas in Deutschland in den kommenden Jahren keine Chance. Mit neuen Regelungen solle das sogenannte Fracking erschwert werden. "Die Botschaft ist, wir wollen Fracking einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen", sagte der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. "Im Übrigen sehe ich auf absehbare Zeit nicht, dass irgendwo in Deutschland Fracking zur Anwendung kommen kann."

Er empfehle auch dringend allen Beteiligten, in der nächsten Zeit keine Anträge zu stellen, sagte Altmaier mit Blick auf Tests mit dem Verfahren, die in Deutschland bereits begonnen worden.

Eine Arbeitsgruppe der Fraktionen von Union und FDP hatte von Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) eine rasche Regelung mit strengen Auflagen verlangt.

Es gibt zwar seit Jahren eine Gasförderung in Deutschland, es fehlt aber eine klare Regelung zu der Anwendung der neuartigen Technik. Bei ihr wird mit einem Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck das Gestein aufgebrochen, damit aus den Rissen das Gas entweichen kann. Kritiker fürchten durch den Chemikalieneinsatz eine Verseuchung des Grundwassers.

Die FDP warnt hingegen vor ideologischen Vorbehalten gegen diese Form der Energiegewinnung, die in den USA die Energiepreise purzeln lässt. Auch in Deutschland gilt das Potenzial als groß. Heimische Erdgas-Vorräte decken derzeit etwa 14 Prozent des Verbrauchs, allerdings mit stark sinkender Tendenz.