Von Wolfgang Blum

Außerirdische Lebewesen können nur auf Planeten mit bestimmten Eigenschaften existieren. Der Satellit Kepler soll solche Himmelskörper in anderen Sternsystemen finden.

Wenn es Lebewesen im Weltraum gibt, fristen sie ihr Dasein auf Planeten; gewärmt, aber nicht geröstet von einer Sonne, um die ihre Heimat kreist. Seit Jahren suchen Astronomen nach geeigneten Himmelskörpern. Erst vor rund 15 Jahren haben sie den ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt, heute kennen sie über 300 davon.

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So soll der Nasa-Satellit "Kepler" in der Milchstraße ausgerichtet werden. (© Grafik: Nasa)

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Die meisten sind riesige Gasbälle. Sie lassen sich leicht entdecken, kommen aber für außerirdisches Leben nicht in Frage. Um erdähnliche Planeten zu finden, sind spezielle Instrumente nötig. Darum will die Nasa in der Nacht von Freitag auf Samstag die Sonde Kepler ins All schießen.

"Wir hoffen alle, dass es viele solcher Planeten gibt", sagt William Borucki vom Ames Research Center der Nasa in Kalifornien, der Spiritus Rector der Mission. "Dann könnte es auch viel Leben da draußen geben, das nur darauf wartet, dass wir Kontakt aufnehmen."

Die meisten der bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben die Wissenschaftler indirekt nachgewiesen. Kreist ein Planet um einen Stern, so bewegen sich genau genommen beide.

Wie ein Hammerwerfer und sein Wurfgerät kreisen sie um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. Die Lichtwellen, die der Stern aussendet, verschieben sich dadurch leicht in ihrer Frequenz, je nachdem ob er gerade in Richtung der Erde schwankt oder von ihr fort. Diese so genannte Rotverschiebung messen die Astronomen und schließen so auf die Existenz von Planeten.

Wie eine Mücke vor einem weit entfernten Autoschweinwerfer

Kepler wendet jedoch ein anderes Verfahren an. Die Sonde registriert, wenn ein Planet vor seiner Sonne vorbeizieht. Dann verdunkelt sich deren Licht ein wenig.

Ein erdgroßer Planet reduziert die Helligkeit eines sonnenähnlichen Sterns um weniger als ein Hundertstel Prozent. Auf irdischen Maßstab übertragen geht es darum, am Scheinwerferlicht eines kilometerweit entfernten Autos zu erkennen, ob eine Mücke vorüber fliegt.

Solche Veränderungen können nur Satelliten im All registrieren; Teleskope auf der Erde sind durch den Wechsel von hellem Tag und dunkler Nacht weniger geeignet. Allerdings muss die Bahn des fremden Planeten exakt vor dem Stern entlangführen. Die Nasa nimmt an, dass diese Bedingung etwa ein halbes Prozent aller Planeten erfüllt, die ihren Stern in einer ähnlichen Entfernung umkreisen wie die Erde die Sonne.

Allerdings ist bereits seit zwei Jahren ein Satellit im All, der nach genau diesem Prinzip arbeitet: der europäische Späher Corot, finanziert hauptsächlich von Frankreich, Deutschland und Österreich.

Anfang Februar verkündete ein internationales Forscherteam, damit den bislang kleinsten Exoplaneten entdeckt zu haben: Der rund 400 Lichtjahre entfernte Corot-Exo-7b ist knapp doppelt so groß wie die Erde und umrundet seine Sonne in gerade einmal 20 Stunden.

Auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius, er ist also für Leben ungeeignet.

"Wir sind auf Exo-7b bereits im vergangenen Sommer gestoßen", erzählt Günther Wuchterl von der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg. Seitdem hätten die Wissenschaftler die Ergebnisse mit Beobachtungen von der Erde aus bestätigt.

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