Russland Meteorit aus russischem See gefischt

Der Brocken ist einer der größten Teile eines Himmelskörpers, den die Menschheit bisher gefunden hat: Wissenschaftler haben ein Bruchstück des Meteoriten, der nahe dem russischen Tscheljabinsk einschlug, aus einem See geborgen.

Sein Einschlag sorgte für Schlagzeilen, inzwischen gibt es sogar eine eigene Sekte, die ihn als "göttliche Sendung" verehrt: Der Meteorit von Tscheljabinsk (der Meteor ist die auf vielen Videos zu sehende Leuchterscheinung beim Eintritt des Meteoroiden in die Erdatmosphäre und die Explosion) ist für viele weit mehr als ein Gesteinsbrocken aus dem All. Acht Monate nach seinem spektakulären Absturz in Russland haben Taucher nun ein etwa 600 Kilogramm schweres Bruchstück mit einer Seilwinde aus einem See bei Tscheljabinsk gezogen.

Der mächtige Brocken sei vermutlich "eins der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das weltweit gefunden wurde", sagte der Forscher Sergej Samosdra der Agentur Interfax zufolge.

Die Bergung aus dem Tschebarkulsee etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau sei "extrem kompliziert" gewesen, sagte der Leiter der Mission, Maxim Schipulin, in der Stadt am Ural. "Der Klumpen lag in fast 20 Meter Tiefe und war in dem trüben Wasser kaum zu sehen." Wissenschaftler hätten die genaue Lage mit Sonargeräten geortet.

Weitere Fragmente, die vermutlich in einer etwa drei Meter dicken Schlammschicht am Boden des Sees stecken, sollen vorerst nicht geborgen werden.

Die Druckwelle des am 15. Februar 2013 explodierten Himmelskörpers hatte etwa 7000 Gebäude beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen. Forschern zufolge hatte der gesamte Stein ein Gewicht von 10.000 Tonnen und einen Durchmesser von bis zu 20 Metern.