Rosetta-Mission "Philae" ist eingeschlafen

Unscharfe Bilder aus dem All

Mancher Beobachter bemüht schon einen Vergleich mit der Mondlandung: Die Raumsonde "Philae" hat auf dem Kometen 67P aufgesetzt. Von dort soll sie vor allem Bilder liefern - die ersten Impressionen werden trotz Makel gefeiert. mehr... Bilder
  • Mini-Labor Philae versetzt sich wegen Energiemangels in den Ruhezustand
  • Vor der Abschaltung überträgt es alle wichtigen Daten.
  • Eine Reaktivierung ist möglich, falls die Solarzellen ausreichend Sonnenlicht einfangen.

Philae schläft ein

Das Mini-Labor "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" hat in der Nacht zum Samstag mit leeren Batterien seine Arbeit bis auf Weiteres eingestellt. "Signalverlust, keine weitere Kommunikation mehr", teilte die Weltraumagentur Esa kurz vor 2 Uhr deutscher Zeit mit. Zwei Tage nach der spektakulären Landung auf dem Kometen, der eigentlich "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" heißt, habe der Lander seine Instrumente abgeschaltet. Alle wissenschaftlichen Daten, darunter auch die von der Kometen-Anbohrung, seien erfolgreich heruntergeladen worden.

Der Komet ist angebohrt

Den Weltraumforschern läuft auf Komet 67P die Zeit davon. Landemodul "Philae" hat womöglich nur noch für wenige Stunden Strom. Der soll nun optimal genutzt werden. Von Christoph Behrens mehr ...

Das ist Philae

"Philae" hatte am Mittwoch den rund 510 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Kometen erreicht. Die Batterie des Forschungsroboters sollte nach der Landung rund 60 Stunden lang Energie liefern, danach sollten Solarbatterien übernehmen. Allerdings landete er an einer anderen Stelle als geplant, nämlich in einer Schrägstellung und womöglich an einem Kraterrand. Deshalb bekam er wesentlich weniger Sonnenlicht ab als geplant - und entsprechend weniger Energie liefern auch die Solarzellen.

Aufwachen möglich

Philae kann durchaus die Arbeit wieder aufnehmen - dafür muss aber ausreichend Sonnenlicht auf die Solarzellen fallen, um die Batterie wieder aufzuladen. Ein neues Zeitfenster öffnet sich am Samstag um elf Uhr deutscher Zeit. "Philae"-Landemanager Stephan Ulamec rechnet aber nicht damit, dass dann eine erneute Kontaktaufnahme gelingt. Die Wahrscheinlichkeit sei "sehr sehr gering". Die Batterie sei zwar nicht komplett leer, aber die Energie reiche wohl nicht aus, um den zentralen Computer hochzufahren. Dennoch sei die Mission ein "voller Erfolg", sagte Ulamec. Wenn sich der Komet allerdings in den kommenden Wochen der Sonne nähert, könnte der Roboter seine Arbeit wieder aufnehmen. Esa schickt künftig ständig Ping-Nachrichten in Philaes Richtung, um die Aktivität zu überprüfen.