Roboter können vor Gericht nicht verurteilt werden - zerstören sie etwas, ist der Mensch verantwortlich. Würzburger Forscher stellen diese Ansicht nun in Frage.
Bislang galten Roboter bei Richtern und Anwälten als juristisch kaum satisfaktionsfähig, elektrifizierte Blechtrottel eben. Was soll man groß über Schuld, Moral und Verantwortung reden bei Maschinen, die noch immer nicht gelernt haben, ordentlich Treppen zu steigen und deren Geistestätigkeit sich auf das automatische Verarbeiten binärer Codes beschränkt? Verursachten sie Schäden, schien die Sache klar: Der Schöpfer war schuld - also immer der Mensch.
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Roboter können heute in einem gewissen Rahmen eigene Entscheidungen treffen. Daher muss die Rechtssprechung neu überdacht werden. (© Foto: Reuters)
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Unter anderem ein neues, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziertes Forschungsvorhaben an der Universität Würzburg stellt diese Sichtweise nun in Frage: Das Projekt "Robotik und Recht" unter der Leitung des Juristen Eric Hilgendorf und des Robotik-Experten Klaus Schilling basiert auf der Annahme, dass bei modernen autonomen Systemen, die Zuschreibung von juristischer Verantwortung nicht mehr trivial ist - und dass sich derartige Probleme in der Zukunft noch verschärfen werden.
Roboter, die eigene Entscheidungen treffen
Die Forscher geben überzeugende Beispiele: Angenommen, ein älterer, gehbehinderter Mensch lässt sich von seinem autonomen Transport-Rollstuhl in die Stadt fahren. Eigentlich soll das System nach Eingabe des Zieles seinen Weg von alleine finden.
Doch unterwegs weicht der Rollstuhl plötzlich einem Hindernis aus und bringt dadurch einen Fahradfahrer zu Sturz, der am Kopf verletzt wird. Wer ist rechtlich verantwortlich: der Hersteller des Rollstuhls, der Programmierer der Navigationssoftware oder der ältere Mann, der es vielleicht unterlassen hat, rechtzeitig in die Fahrt einzugreifen und einen Bremsknopf zu drücken?
"Schon heute gibt es Roboter, die in der Lage sind, Wege autonom zurückzulegen und dabei innerhalb eines gewissen Rahmens Entscheidungen selber zu treffen", sagt die Juristin Susanne Beck, die an dem Forschungsprojekt beteiligt ist.
Auch Autohersteller arbeiten bereits seit längerem an Fahrzeugen mit Autopilot, die Einführung von Pflegerobotern in Altenheimen und Krankenhäusern ist vorstellbar.
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Gysi gegen Lafontaine
"Verdienen Roboter also elektrische Strafen?"
Alberne Frage. Roboter können natürlich Schäden *verursachen*, aber das hat nichts mit *Schuldfähigkeit* zu tun. Der Schuldbegriff hat m.E. hier überhaupt nichts zu suchen.