Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Wenn Paare sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden und die Schwangerschaft ausbleibt, kann das zu starken seelischen Belastungen führen. Nur wenige Ärzte sind richtig ausgebildet, um den Mann und die Frau kompetent zu beraten.
Hochfliegende Hoffnung und abgrundtiefe Enttäuschung - zwischen diesen beiden Polen wechselt oft die Stimmung von Paaren, die die Hilfe der Medizin in Anspruch nehmen, um ein Kind zu bekommen. Oft folgt auf Hormonspritzen, auf eine künstliche Befruchtung und das Einsetzen des Embryos nicht die ersehnte Schwangerschaft. Der emotionale Stress belastet viele Frauen stärker als die unangenehmen medizinischen Prozeduren.
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Abbildungen von künstlich befruchteten Eizellen im Zentrum für Reproduktionsmedizin in der Universitätsfrauenklinik Leipzig. Der Wunsch nach Kindern mit der Hormonenspritze birgt oft unbekannte Risiken für Seele und Psyche. (© dpa)
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Auf diese Achterbahnfahrt der Gefühle sind Patientinnen oft nicht angemessen vorbereitet, zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum (Human Reproduction, online). Der Medizinethiker Oliver Rauprich und seine Kollegen befragten fast 1600 Patientinnen und Patienten (rund 90 Prozent waren Frauen). Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht) sollten sie angeben, wie gut sie sich bei einer Kinderwunschbehandlung beraten fühlten.
Der Fragebogen wurde über 18 deutsche Fertilitätszentren sowie über Internetforen verbreitet. Repräsentativ sei diese Stichprobe nicht, räumt Rauprich ein, aber doch groß genug, um erhebliche Probleme in der Beratung aufzuzeigen. Dabei glaubt er nicht, dass sich vor allem besonders enttäuschte Frauen beteiligt haben: "Bei vielen Fragen äußerten sich die Patientinnen ja durchaus zufrieden."
Demnach können die Ärzte vor allem das gut, was sie gelernt haben: Über körperliche Risiken seien sie ausreichend informiert worden, erklären die Befragten, ebenso über die Erfolgschancen und Kosten. Weit schlechter fühlten sie sich aber über die emotionalen Belastungen aufgeklärt, die eine Kinderwunschbehandlung mit sich bringt. Auch auf die Möglichkeit einer unabhängigen psychosozialen Beratung wurde nicht ausreichend hingewiesen.
Dabei ist das seelische Leid groß. "Mehr als 80 Prozent der Patientinnen gaben an, dass die emotionalen Kosten hoch oder sehr hoch seien", berichtet Rauprich. Die Beziehung zum Partner wird stark belastet, auch der Umgang mit Familie und Freunden ist in dieser Zeit oft schwierig. Vor allem aber scheint der Kinderwunsch im Laufe der Behandlung immer mehr Raum im Leben einzunehmen. Bei drei von vier Befragten war er so beherrschend, dass sich alles diesem Ziel unterordnete und andere Lebenspläne völlig in den Hintergrund traten. Jede zweite Patientin empfand sogar, dass sie durch das überwältigende Verlangen nach einem Baby die Kontrolle über die Situation verlor. Rauprich bezweifelt, das Betroffene dann noch fähig sind, informiert zu entscheiden, ob sie die Behandlung fortsetzen möchten. Viele wagten es einfach nicht auszusteigen.
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"es" = künstliche Befruchtung
Beratungsstellen sind natürlich immer erfreut, wenn sie beraten dürfen.
Wenn aber das Paar oder ein Teil sowieso schon mit dem Problematisieren 'verheiratet' ist, sollte man es besser sein lassen.
aus der Personalberatungs-Ecke oder eben Human Resources (auch so ein schlimmes Wort). Wenn nicht von da dann von Managern.
Wer erfindet derlei Wortchimären?