Forscher haben in Rheinland-Pfalz die Klaue eines gigantischen Meeresskorpions ausgegraben. Anhand des Fundstückes schätzen die Wissenschaftler die Größe des Tieres auf etwa zweieinhalb Meter.

Der Gliederfüßer jagte vor 390 Millionen Jahren durch das Urmeer, wie die Wissenschaftler in den Biology Letters (online, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0491) der Londoner Royal Society berichten.

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Der Urzeit-Meeresskorpion war erheblich größer als ein Mensch. (© Grafik: Simon Powell)

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Der Ur-Skorpion war damit fast einen halben Meter länger als die größten bisher gefundenen Gliederfüßer. Das Exemplar der Gattung Jaekelopterus rhenaniae stelle damit einen neuen Größenrekord für Gliederfüßer auf.

Der Paläontologe Markus Poschmann von der Mainzer Generaldirektion Kulturelles Erbe hatte das 46 Zentimeter lange Klauenfossil in einem Steinbruch in Willwerath nahe Prüm entdeckt. Er beschreibt es zusammen mit dem Briten Simon J. Braddy von der Universität Bristol und dem US-Forscher Erik Tetlie von der Universität Yale.

Braddy beschrieb die Entdeckung als überraschend. "Wir wussten durch Fossilfunde, dass es zu früheren Zeiten Monster-Tausendfüßler, übergroße Skorpione, kolossale Kakerlaken und Jumbo-Libellen gab. Aber uns war bis jetzt nicht klar, wie groß einige der Urzeit-Krabbler wirklich waren."

Warum die urzeitlichen Gliederfüßer wesentlich größer waren als die heute lebenden Exemplare, ist noch nicht endgültig geklärt.

Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie infolge der höheren Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre größer werden konnten.

Andere Forscher stellten die These auf, dass sie sich parallel zu ihren Beutetieren, den Panzerfischen (Placodermi), entwickelten.

"Es gibt keine einzelne, einfache Erklärung", erklärt Braddy. Er hält es für wahrscheinlich, dass einige Urzeit-Arthropoden größer waren, weil es damals wenig Konkurrenz mit Wirbeltieren gab als heute.

Meeresskorpione lebten vor rund 460 bis 255 Millionen Jahren. Sie gelten als Vorfahren der Skorpione, möglicherweise sogar als Vorfahren aller Spinnentiere.

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(dpa/mcs)