Diese Rezeptoren und die dazugehörigen, stets identischen Moleküle zu finden, ist allerdings schwierig. Normale Duftmoleküle hingegen treffen auf unspezialisierte Riechrezeptoren in den Sinneszellen. "Und ob die chemischen Signale, die die stillenden Mütter aussenden, eine wirklich einheitliche Struktur aufweisen, wissen wir nicht", sagt Schaal.
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Unklar ist auch, wie bei Menschen die chemische Kommunikation funktionieren könnte. Tiere erkennen Pheromone vor allem über das Vomeronasal-Organ, ein zusätzliches Körperteil, das viele Wirbeltiere in der Nasenhöhle haben. Bei erwachsenen Menschen ist dieses aber wohl nicht funktionsfähig. Fehlen den Menschen die physischen Voraussetzungen, humane Pheromone zu erkennen?
Aktuelle Studien legen nahe, dass Homo sapiens über eigene Rezeptoren für pheromonartige Substanzen verfügt. Eine internationale Forschergruppe testete, wie Versuchspersonen auf drei verschiedene Substanzen reagieren - die Steroide Androstadienon und Androstenon und einen Kontrollduft, die alle gleich intensiv und angenehm rochen (Neuroimage, Bd. 30, S. 1340, 2006).
Rezeptoren für Pheromone
Androstenon riecht zwar ähnlich wie Androstadienon und hat eine ähnliche Struktur, aber "nur Androstadienon hat pheromonalen Charakter", sagt der Pharmakologe Thomas Hummel, der an der Studie beteiligt war. Wenn die Probanden diesem Stoff ausgesetzt waren, ließen sich bei ihnen nach einer kürzeren Reaktionszeit Hirnströme messen als bei den anderen Substanzen.
Die Forscher vermuten, dass eigene Rezeptoren existieren, mit dem Menschen die möglichen Pheromone erkennen. Hummel sagt: "Möglicherweise reagiert der Körper schneller auf den Stoff, weil dieser biologisch bedeutsamer ist." Pheromone vermittelten einfach wichtigere Botschaften als andere Riechstoffe.
Auch die amerikanische Riechforscherin Linda Buck und ihr Kollege Stephen Liberles vom Krebsforschungszentrum in Seattle fanden Anzeichen dafür, dass Menschen die subtilen Botschaften anderer entschlüsseln können, obwohl sie vermutlich kein Vomeronasal-Organ haben. In der Riechschleimhaut von Mäusen entdeckten sie TAA-Rezeptoren (TAAR), an denen Pheromone andocken. Da Menschen ähnliche TAAR-Gene haben wie Mäuse, ist es denkbar, dass auch sie Pheromone über diese Rezeptoren wahrnehmen können (Nature Online, Juli 2006).
Obwohl auch diese Entdeckung menschliche Pheromone nicht eindeutig nachweist, sind Forscher wie der Dresdner Thomas Hummel von deren Existenz überzeugt. Obwohl er an die Macht der Gerüche glaubt, sind seiner Meinung nach dennoch einige Passagen, in denen der Süßkind die Wirkung von Düften beschreibt, wissenschaftlich nicht zu bestätigen. "Was im Roman passiert, nachdem Grenouille sich mit seinem Parfüm übergossen hat, ist reine Fiktion."
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(SZ vom 14.09.2006)
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