Von Christopher Schrader

Die Polarregion steht auf der Kippe: Forscher warnen vor unumkehrbaren Folgen des Klimawandels für die Arktis - und fordern schnelles Handeln.

Die dramatischen Veränderungen in der Arktis machen Wissenschaftlern große Sorgen. "Wenn die Emissionen (von Treibhausgasen) nicht entscheidend gesenkt werden, können wir keine Stabilisierung des Klimasystems der Arktis erwarten", schreiben jetzt 150 Teilnehmer des europäischen Damocles-Forschungsprogramms, in dem Atmosphären-Physiker, Glaziologen und Meereskundler aus zwölf Ländern zusammenarbeiten.

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Forscher fordern eine deutliche und schnelle Senkung von Treibhausgas-Emissionen - sonst habe dies unumkehrbare Folgen für die Arktis. (© Foto: dpa)

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Ihr Aufruf, verfasst am Donnerstag in Brüssel, warnt vor kaum nicht mehr umkehrbaren Folgen des Klimawandels. Die Atmosphäre am Nordpol heize sich doppelt so schnell auf wie im globalen Durchschnitt.

Die Rekordschmelze der Polkappe sei eine Folge von drei Jahrzehnten Erwärmung. In Zukunft werde die empfindliche Natur der Arktis noch dadurch bedroht, dass der Klimawandel Schifffahrt und die Suche nach Öl ermöglicht.

Welche Folgen die Erwärmung schon hat, zeigt eine Studie in Science (Bd.326, S.984, 2009): Forscher mehrerer Gruppen vergleichen zwei Methoden, den Eisverlust in Grönland zu messen, und kommen zum gleichen Ergebnis.

Das Abschmelzen hat sich in den vergangenen Jahren beschleunigt. Es lässt die Weltmeere zurzeit um 0,75 Millimeter pro Jahr ansteigen. Pro Jahr schmelzen 273Milliarden Tonnen Eis ab.

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(SZ vom 13.11.2009/gal)