Mehr als 50 US-amerikanische Kinder haben sich vom Film Küss den Frosch offenbar derart inspirieren lassen, dass sie sich Krankheiten zuzogen.

Der neue Disney-Film Küss den Frosch, eine sehr freie Adaption des Froschkönig-Märchens, klingt harmloser, als er offenbar ist. In den USA sollen sich 50 Kinder bei dem Versuch, den Froschkuss nachzumachen, mit Krankheiten infiziert haben.

Küss den Frosch, Disney

Wer einen Frosch küsst, muss mit unerwarteten Folgen rechnen - im Disney-Film wie im richtigen Leben. (© Foto: AP)

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Dazu: Prof. Alexander Haas, Biologe und Froschforscher, Universität Hamburg: "Ich würde niemandem empfehlen, einen Frosch zu küssen. Man kann ihn zwar in die Hand nehmen, aber unbedingt danach die Hände waschen. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass sie Krankheiten übertragen, weil die Frösche Kaltblüter und wir Warmblüter sind, und wir von unterschiedlichen Keimen und Parasiten betroffen sind. Aber Salmonellen könnten sehr wohl durch Frösche übertragen werden.

Außerdem verfügen viele Frösche über Hautgifte, selbst unsere einheimischen Kröten. Wenn diese Gifte in kleine Hautrisse gelangen, kann das sehr reizend wirken. Und es muss sehr bitter schmecken, habe ich gehört. Ich habe es selbst ja noch nicht ausprobiert. Eine Kollegin von mir, die in Experimenten an Fröschen leckte, ist daran ernsthaft erkrankt. Ich selbst habe mir mal an einer Gelbbauchunke die Augen verbrannt. Und wenn man in Kontakt mit Giftpfeilfröschen aus den Tropen kommt, kann das sogar tödlich sein."

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(SZ vom 17.02.2010/beu)