Mit der neuen ISS-Besatzung ist auch der Weltraumtourist Richard Garriott ins All gestartet. Der Sohn eines US-Astronauten erfüllt sich damit einen langjährigen Wunsch.
Die neue Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS ist am Sonntag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ohne Probleme ins All gestartet. Das Sojus-Raumschiff verließ mit dem russischen Kosmonauten Juri Lontschakow und dem US-Astronauten Michael Fincke planmäßig die Startrampe, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Mit an Bord ist der US-Weltraumtourist Richard Garriott.
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Der Weltraumtourist Richard Garriott auf der kasachischen Weltraumbasis Baikonur kurz vor seinem Abflug zur ISS. (© Foto: AFP)
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Nach dem Andocken am Dienstag an die ISS begegnen sich erstmals in der Geschichte der Raumfahrt zwei Astronauten-Dynastien im All. US-Weltraumtourist Garriott ist ebenso Sohn eines Raumfahrers wie der russische Kosmonaut Sergej Wolkow, der zur 17. Langzeitmission gehört und von der neuen Crew abgelöst wird. Garriott und Wolkow kehren gemeinsam mit dem Russen Oleg Kononenko am 24. Oktober zur Erde zurück.
Garriots Vater Owen hatte 1973 als US-Astronaut zwei Monate auf der ersten Raumstation Skylab gelebt. Sein Sohn Richard ist der sechste Weltraumtourist seit 2001, für seinen zehntägigen Trip zahlte er etwa 22 Millionen Euro. Sein Vermögen machte Garriott als Entwickler und Vertreiber von Computerspielen.
Hunderte Schaulustige waren in die kasachische Steppe nach Baikonur gekommen. Nach dem erfolgreichen Start der Rakete in den blauen Himmel knallten die Champagnerkorken. "Ich bin sehr glücklich für ihn", sagte Garriotts Freundin Kelly Miller mit Tränen in den Augen. "Das ist eines der Dinge, die er immer machen wollte."
Der Multimillionär Garriott hatte sich einem monatelangen Training und strengen medizinischen Test unterzogen, um sich auf die Mission vorzubereiten. In der ISS will er an verschiedenen wissenschaftlichen Experimenten mitwirken, darunter zu den Auswirkungen von Weltraumreisen auf das Immunsystem und zum Schlafverhalten von Astronauten.
"Ich bin in einer Astronauten-Familie aufgewachsen und wollte immer machen, was mein Vater gemacht hat", sagte Garriott. Möglich gemacht hat die Reise das Unternehmen Space Adventures, das 2001 den ersten Weltraumtouristen, den US-Bürger Dennis Tito, an Bord einer Sojus-Kapsel zur ISS hatte bringen lassen. Ihm folgten neben Garriott bislang vier weitere Weltraumurlauber.
Die beiden letzten Langzeitbesatzungen waren wegen technischer Probleme mit den Sojus-Kapseln bei ihrer Rückkehr zur Erde äußerst hart in der kasachischen Steppe gelandet. Dieses Mal werde aber bei der Rückkehr alles glattgehen, versicherte die russische Raumfahrtbehörde. Alle technischen Probleme seien behoben worden.
Die aktuelle Mission soll planmäßig die letzte sein, die als Trio ein halbes Jahr im All arbeitet. Im kommenden Frühjahr sollen sechs Raumfahrer auf der ISS ihren Dienst in der Schwerelosigkeit verrichten. Es könnte sein, dass dann auch die Ära der Weltraumtouristen auf der ISS zu Ende geht, weil in Zukunft alle Plätze in den Sojus-Raumschiffen mit Raumfahrt-Profis belegt werden.
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(dpa/AFP/usw/gal)
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