Bundeskanzlerin Merkel hat mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel auf der ISS telefoniert - und die Gelegenheit für ein Plädoyer für die europäische Raumfahrt genutzt.

Es war ein Ferngespräch der besonderen Art: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem um die Erde kreisenden deutschen Astronauten Hans Schlegel telefoniert.

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Anlässlich der Inbetriebnahme des europäischen Weltraumlabors Columbus hatte die Kanzlerin mit der Internationalen Raumstation ISS, in der sich Schlegel befindet, Kontakt aufgenommen.

Das Gespräch wurde vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt in einem Live-Stream übertragen.

Die Kanzlerin begrüßte die Astronauten auf der ISS auf englisch, russisch und deutsch und erkundigte sich nach dem Zustand des europäischen Forschungslabors Columbus.

"Das Modul funktioniert perfekt", erklärte Schlegel. "Wir arbeiten schon seit zweieinhalb Tagen darin."

Anschließend bat Merkel den deutschen Astronauten, seine Eindrücke während des Außeneinsatzes zu schildern. "Es war ein Vergnügen, hinauszugehen", erklärte Schlegel. "Die Erde ist nichts anderes als ein großes Mutterraumschiff. Die Atmosphäre ist so dünn, die Farben so zart."

Gerade der Blick von hier oben schärfe das Bewusstsein für die Notwendigkeit, die Erde zu erhalten. Und diese Botschaft könnten die Astronauten mit ihren Bildern hoffentlich vermitteln.

In der 15-minütigen Live-Schaltung wollte die Kanzlerin noch wissen, wie es ISS-Commander Peggy Whitson allein unter den männlichen Kollegen im All ergehe. "Wir haben viel Spaß", entgegnete die US-Astronautin.

Nach dem Gespräch nutzte Merkel die Gelegenheit für ein Plädoyer für die Weltraumforschung. Immerhin verdanke man ihr Dinge wie "CD-Spieler und Teflonpfannen". Die Kanzlerin empfahl, beim Braten eines Spiegeleis an die Weltraumforschung zu denken.

Sie hoffe, dass die Forschung an Bord der ISS helfen könnte, junge Leute für Technik zu begeistern. Auch wertete Merkel die internationale Zusammensetzung der Weltraummissionen als Beitrag zur Verständigung der Völker.

Schließlich erinnerte sie an die Bedeutung des Galileo-Projekts, das leider auch demonstriere, welche Schwierigkeiten auftreten können, wenn sich viele europäische Staaten auf ein gemeinsames Ziel einigen.

Bereits zuvor hatte die Bundesregierung die Inbetriebnahme des Columbus-Labors durch Schlegel und dessen französischen Kollege Leopold Eyharts als ein "bedeutendes Ereignis" für den Technologiestandort Deutschland bezeichnet.

Deutschland war bei Bau, Betrieb und Nutzung maßgeblich beteiligt. Endmontage war in Bremen. Das Kontrollzentrum des Labors befindet sich in Oberpfaffenhofen.

Hans Schlegel war am Donnerstag vergangener Woche an Bord der Raumfähre Atlantis zur ISS geflogen und soll einen Tag länger als vorgesehen im All bleiben. Die Nasa entschied kurzfristig, den Einsatz bis kommenden Mittwoch zu verlängern, damit Schlegel in dem europäischen Weltraumlabor Columbus noch mehr Zeit für Experimente hat.

Die Atlantis soll nun bis Montag an der Raumstation ISS angedockt bleiben und zwei Tage später zur Erde zurückkehren. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant noch elf weitere Flüge zur ISS, um die Raumstation fertigzustellen.

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(sueddeutsche.de/AP/Reuters/mcs)