CDU-Politiker Hintze und Raumfahrtexperten haben eine Mission: 2015 soll Deutschland auf dem Mond landen. Die Opposition wundert sich.
Als Helmut Kohl und die CDU in Bonn regierten, hatte er seine große Zeit. Dann war es etwas still um Peter Hintze geworden. Doch am Mittwoch meldete er sich mit lauten Signalen zurück: Schon in sechs Jahren könnte eine deutsche Weltraummission auf dem Mond landen, erklärte der Koordinator für Luft- und Raumfahrt.
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Eine deutsche Mission könnte 2015 zum ersten Mal seit dann fast vier Jahrzehnten auf dem Mond landen. "Die robotischen Kompetenzen haben wir", sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Johann-Dietrich Wörner. (© Foto: AP)
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Die Agenda 2015 hat es in sich. Deutschland könne das Projekt allein oder mit der europäischen Raumfahrtbehörde Esa verwirklichen, so der CDU-Politiker bei der Vorstellung des Plans in der Öffentlichkeit. Die Kosten: 1,5 Milliarden Euro, verteilt auf fünf Jahre.
"Alle wichtigen Weltraumnationen zielen auf den Mond", sagte Hintze, die Mission hätte "Signalwirkung". Die Erforschung des Trabanten sei vom "höchster bedeutung", da der Mond "das Archiv unseres Sonnensystems" sei. Die Opposition im Bundestag hält dagegen wenig von dem Vorschlag "Peterchens Mondfahrt".
Zuletzt landeten die Russen 1976 mit der Luna 24 auf dem Mond. In den Jahrzehnten danach rückte der Erdtrabant zumindest in der Wissenschaft ein wenig in den Hintergrund. Bis Anfang 2000 starteten gerade einmal drei weitere Missionen - Amerikaner und Japaner ließen ihre Sonden allerdings nur um den Mond kreisen.
Erst seit einem Jahr ist das Interesse offenbar so richtig von neuem erwacht: Chinesen, Inder und abermals Amerikaner und Japaner schickten Sonden - die aber nicht landeten.
Die Deutschen wollen nun in die Riege der großen Raumfahrtnationen vorstoßen - und planen für 2015 als erste Nation seit dann fast vier Jahrzehnten eine Mondlandung. Ein robotergesteuertes geländegängiges Fahrzeug soll unter anderem Gesteinsproben einsammeln.
Technische Voraussetzungen und Know-how vorhanden
Die technischen Voraussetzungen, die "robotischen Kompetenzen" und das Know-how habe man für eine solche Mission jedenfalls, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, am Mittwoch.
Der Mond sei noch weitgehend unerforscht, berge zahlreiche Geheimnisse, deren Erforschung auch für Fragen der Entstehung und Entwicklung der Erde und damit des Lebens wichtig sein könnten, begründete er das Interesse. "Der Mond ist wie das Archiv der Erde", sagte Wörner im Stil von Pfarrer Hintze. Er sei vermutlich nach einer Kollision der Erde mit einem anderen Himmelskörper entstanden.
Die Mondmission bringe direkten Nutzen wie Erd- oder Klimabeobachtung oder auch für die Navigation. Andererseits profitiere man in vielen Technologien auch indirekt, sagte der DLR-Chef. Staubsauger, Akku-Schrauber oder auch die Materialien für Prothesen seien quasi als "Abfallprodukte" früherer Raumfahrtmissionen entstanden.
Arbeitsplätze erhalten und schaffen
Mit einem solchen Projekt könne man in Deutschland "hochinnovative Arbeitsplätze" erhalten und schaffen, die Technologieentwicklung vorantreiben sowie sich im internationalen Raumfahrtgeschehen hervorragend positionieren, sagte Wörner.
Man sei bei dem nationalen Projekt aber auch offen für internationale Kooperationen, unter anderem mit der Nasa oder der Esa, und werde sich auf jeden Fall abstimmen, um Dopplungen bei Forschungsarbeiten zu vermeiden. Es sei auch vorstellbar, als Träger etwa die europäische Trägerrakete Ariane 5 zu benutzen. Dies sei aber noch nicht entschieden.
Nach Überzeugung des Raumfahrtexperten wird es in näherer Zukunft auch wieder bemannte Mondmissionen geben. "Menschen werden wieder zum Mond fliegen", sagte er. Irgendwann würden sie auch zum Mars fliegen. "Die Mondmission ist das technologische Sprungbrett", erklärte er. Allerdings würden auf dem Mond lediglich Technologien getestet.
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Linke mit neuer Führung
Über die Aussage, dass die Sternwarte an einer Machbarkeits-Studie in Verbindung mit DLR arbeiten soll, hat mich allerdings sehr überrascht. Ich kannte Bochum nur als mehr oder weniger Amateur Sternwarte. aber ich habe nicht genug Hintergrundwissen und habe das zur Kenntnis genommen, obwohl ich es für unrealistisch hielt.
Sie schreiben: Diese ganz typischen Meilenstein-Erfindungen kamen meist aus der freien Wirtschaft, die meisten Patente kommen aus ihr oder aus den weniger spektakulären Ecken der öffentlichen Forschung. Der Staat und seine Repräsentanten sind für Milliardenprojekte ganz schlecht. Renditeorientierung im Minusbereich.
Im Bereich der Raketentechnik und anderen für die Militärs interessanten Dingen stimmen Ihre Aussagen genau nicht!
Wie oft wurde Hintze eigentlich bisher gewogen und für zu leicht gefunden. Jetzt taucht er als "Koordinator für Luft- und Raumfahrt" wieder auf.
Unglaublich. "Die Partei" wurde vom BWL nicht zugelassen und die CDU darf Realsatire ala Hintze und "Wir haben die Kraft" ohne Unterbrechung vom Stapel lassen. Sonneborn, übernehmen Sie.
Sie verstehen die Reihenfolgen bei 'sinnvollen' Innovationszyklen nicht. Zuallererst übernimmt man sich nicht. Daher sollte man nicht ausgerechnet in diesem kostenträchtigsten Bereich als Deutschland zu sehr vorpreschen. Die Satellitentechnik wurde von mehreren Seiten vorangetrieben, nicht alle gingen deswegen AUF den Mond. NASA, Sowjetunion, ESA, China, Indien.
Außerdem, was soll nun eine deutsche Mondladung zur Erforschung des Mars helfen? Dass man auf dem Mond landen kann, wissen wir.
Manche 'Giant Leaps' überlässt man den ganz Großen (und D sollte sich bewusst sein, dass es nicht dazu gehört), macht es ggf. multilateral zu REELLEN Konditionen - oder lässt es und produziert die naheliegenderen Innovationen, die dann die ach so stolzen Raumfahrtnationen importieren (Lektion US-Verschwendungssucht der 60er; Japan und Dtschld freuten sich).
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Diese ganz typischen Meilenstein-Erfindungen kamen meist aus der freien Wirtschaft, die meisten Patente kommen aus ihr oder aus den weniger spektakulären Ecken der öffentlichen Forschung. Der Staat und seine Repräsentanten sind für Milliardenprojekte ganz schlecht. Renditeorientierung im Minusbereich.
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Wissen Sie was ich am Innovativsten finde: Intelligente Ressourcenverwertung in allen Bereichen, ob 'echte' Ressourcen = Rohstoffe, oder intelligente administrative Politik.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vorne weg, ich bin in der Raumfahrt tätig, wenn auch nicht in diesem Bereich. Über Sinn und Unsinn einer solchen Mission möchte ich mich hier gar nicht äußern, ernsthaft schafft man in diesem Forum das sicherlich nicht (zumindest würde ich mir aber durch aus wünschen, dass man offener für Vorhaben in Wissenschaft und Forschung wäre, und nicht nur zu den eigenen Steckenpferden).
Was mich aber schockiert, ist die Tatsache, dass dieser Artikel den Eindruck erweckt, nach einigen nationalen und auch ESA-Studien, dass eine deutsche Mondmission (also auch laut Artikel ein Milliardenprogramm) von einer kleinen Amateurgruppe (mit vielleicht kleiner Firma) und einer Sternwarte abgewickelt werden soll bzw. kann.
Wie weltfern sind eigentlich die Nachrichtenagenturen heutzutage? Gibt es keine Qualitätschecks mehr, bevor ein Artikel auf die Homepage der Süddeutschen kommt?
(Da braucht man sich nicht über Bankmanager aufregen, die Inkompetenz ist überall.)
Ich möchte die SZ auffordern, den Artikel sinnvoll nachzurecherchieren!
Paging