Raumfahrt Iran schickt Affen ins All

Irans TV-Sender Al-Alam zeigt Aufnahmen des Affen, der angeblich einen Ausflug in den Weltraum überlebt hat.

(Foto: AFP PHOTO/AL-ALAM TV)

54 Jahre nach den USA hat es auch Iran geschafft: Das Land hat eigenen Angaben zufolge einen Affen ins All geschickt. 120 Kilometer Höhe erreichte das Tier, bevor es gesund wieder zurückkehrte. Spätestens 2020 will Teheran auch einen Menschen in den Weltraum schicken.

Es liest sich wie eine Nachricht aus einer anderen Zeit: Iran hat nach eigenen Angaben einen Affen erfolgreich ins All geschickt. Wie der staatliche Fernsehsender Al-Alam unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete, wurde der Affe in der Raumkapsel Pischgam (Pionier) bis in eine Höhe von 120 Kilometern ins All gebracht - und kehrte anschließend gesund zur Erde zurück. Die Verwaltung der Raumfahrt ist dem iranischen Verteidigungsministerium angegliedert.

Über die Planungen für einen Raumflug mit einem Affen hatten die iranischen Medien in der Vergangenheit wiederholt berichtet. Der Starttermin sollte zwischen dem 31. Januar und 10. Februar liegen - zeitgleich mit den Feierlichkeiten zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979. Laut den Medienberichten sollte der kurze Ausflug des Affen ins All Irans ersten bemannten Raumflug vorbereiten. Dieser soll nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bis spätestens 2020 stattfinden.

Der Affe hat angeblich eine Höhe von 120 Kilometern erreicht.

(Foto: AFP PHOTO/AL-ALAM TV)

Iran hatte bereits im Februar 2010 eine Ratte, Schildkröten sowie Insekten erfolgreich mit einer Kapsel ins All geschickt. Ein erster Versuch mit einem Affen im Jahr darauf schlug allerdings fehl, wie die Behörden indirekt und ohne Angabe von Gründen einräumten.

Iranische Raketenstarts werden vom Westen generell mit Skepsis verfolgt. Westliche Regierungen befürchten, dass Teheran trotz zahlreicher Dementis an einem Atomwaffenprogramm und dafür an der Entwicklung von Langstreckenraketen arbeitet. Auch das iranische Satellitenprogramm stößt deshalb auf Kritik: Zuletzt hatte Iran am 3. Februar 2012 einen 50 Kilogramm schweren Beobachtungssatelliten mit einer Rakete ins All geschickt.

Tiere im All haben Tradition

Tiere als Wegbereiter für die Luft- und Raumfahrt haben eine lange Geschichte. Bereits 1783 setzten die Gebrüder Montgolfier ein Schaf, eine Ente und einen Hahn in eine Gondel unter ihrem Heißluftballon. Die Tiere überlebten den Flug unbeschadet.

1947 schickten die USA die ersten Lebewesen in den Weltraum: Fruchtfliegen. Die Insekten erreichten an Bord einer V-2-Rakete eine Höhe von mehr als 100 Kilometer und kehrten mit ihrer Kapsel am Fallschirm lebend zur Erde zurück.

1948 ging dagegen der Versuch, einen Affen in den Weltraum zu schießen, tragisch aus: Rhesusaffe Albert erstickte. 1949 folgte ein Versuch mit einem weiteren Rhesusaffen, Albert II., der den Flug an Bord einer V-2 überlebte. Doch der Fallschirm des ersten Affen im Weltraum versagte bei der Rückkehr und auch Albert II. wurde ein Opfer der technologischen Ambitionen der Menschen.

Weitere tödliche Flugversuche mit Affen und Mäusen folgten, bis 1951 erstmals ein Affe den Flug in den Weltraum überlebte - zumindest bis zwei Stunden nach der Landung. Albert VI. starb vermutlich wie zwei der elf Mäuse, die ihn begleiteten, an den Folgen der Hitze beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.

Im selben Jahr schoss die Sowjetunion zwei Hunde in den Weltraum, die beide überlebten. 1957 folgte der Flug der berühmten Hündin Laika, die sogar eine Umlaufbahn um die Erde erreichte. Allerdings starb Laika während des Fluges im Orbit - ein Überleben war nicht geplant gewesen.

Lebendig überstanden dagegen Rhesusaffe Able und Totenkopfäffchen Miss Baker den Aufenthalt im Weltraum, in den die USA sie 1959 geschossen hatte.

In den folgenden Jahrzehnten setzten die USA, aber auch die Sowjetunion, China und Frankreich verschiedene Tiere als Astronauten ein, darunter Mäuse, Ratten, Katzen, Insekten, Frösche, Spinnen und Würmer, von denen etliche überlebten.

Zur Vorbereitung des Mercury-Programms der Nasa, dessen Ziel es war, Menschen in den Weltraum zu schießen, kamen schließlich auch Schimpansen zum Einsatz: Anfang 1961 hockte Ham in der Kapsel einer Mercury-Redstone-Rakete und demonstrierte, dass man auch im Raumanzug überleben und sogar kleine Aufgaben lösen konnte.

Erst danach wagten sich die Amerikaner daran, mit Alan Shepard einen Menschen ins All zu schießen. Ihm kam jedoch der Russe Juri Gagarin zuvor, der im April 1961 der erste Mensch im Weltraum wurde, und der noch dazu gleich um die Erde flog und lebendig zurückkehrte.