Vor allem die Sicherheit hat ihren Preis: Neun neue Hochleistungskameras, die während des Discovery-Starts am Cape aufgestellt werden, sollen selbst kleinste herumfliegende Schaumstoffteilchen aufstöbern. Auch am Orbiter selbst hat die Nasa zusätzliche Außenkameras montiert. Der Roboterarm des Shuttles wurde verlängert und mit einem Lasermessgerät versehen. Mit seiner Hilfe lässt sich im All die Unterseite des Raumgleiters inspizieren. Um nicht allein auf die Technik angewiesen zu sein, wird die Discovery in Sichtweite der Internationalen Raumstation ISS erstmals eine Rolle rückwärts versuchen. So können die Astronauten an Bord der ISS den Shuttle von allen Seiten in Augenschein nehmen.
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Nur: Werden tatsächlich Schäden an der Außenhaut entdeckt, sind die Möglichkeiten der Nasa begrenzt. Zwar gibt es Überlegungen für eine Reparatur im Weltraum, doch die Methoden sind weder getestet noch besonders innovativ. So könnten die Astronauten Schäden am Hitzeschild mit einer Spachtelmasse aus Silikon flicken. Oder sie montieren zusätzliche Hitzekacheln - mit einem überdimensionalen Akkuschrauber.
Auf jeden Fall will die Nasa bei Problemen ihr neues Superhirn, den Columbia-Hochleistungsrechner, bemühen und die Chancen einer sicheren Rückkehr zur Erde ermitteln. Fällt das Ergebnis unbefriedigend aus, könnten die Shuttle-Astronauten Zuflucht auf der ISS suchen, um sich von einer zweiten Fähre abholen zu lassen.
Auftakt zur Abschiedstournee
Die Raumstation ist allerdings nur für drei Besatzungsmitglieder ausgelegt. Zu neunt würde es eng, der Sauerstoff wäre innerhalb von 50 Tagen verbraucht. Und was, wenn auch die Rettungsfähre schwächelt?
Doch selbst wenn alles klappt: Die anstehende Mission bildet den Auftakt für die Abschiedstournee der Shuttle-Flotte. Geht es nach Nasa-Chef Griffin, sollen die Raumfähren lieber früher als später eingemottet und durch einen billigeren, besseren Nachfolger ersetzt werden. Nur noch 18-mal könnte der Shuttle, einst der Stolz der Amerikaner, in den Himmel über Florida starten. Der Countdown läuft - nicht nur für STS-114.
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(SZ vom 13.7.2005)
Machtkampf in der Linken