In Deutschland, schätzt Baljer, ist mittlerweile jedes zweite Schaf infiziert. Dennoch bleibt die Zahl der Neuinfektionen bei Menschen relativ konstant. Seit 2001 haben sich dem Robert-Koch-Institut zufolge hier ähnlich viele Menschen mit Q-Fieber angesteckt wie in den Niederlanden 2009. In der Bundesrepublik häufen sich Krankheitsfälle zwar hin und wieder wie 2008 im Lahn-Dill-Kreis, in dem 64 Q-Fieber-Patienten gemeldet wurden. Die Verbreitung wurde allerdings eingedämmt: Mutterschafe durften nur im Stall ablammen, Nachgeburt und Mutterkuchen mussten aufwendig entsorgt werden.
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Tiere wurden gegen Zecken behandelt, die die Erreger übertragen können. Menschen, die nicht in der Tierhaltung arbeiteten, durften sich Schafen und Ziegen nicht nähern. Mit einer Sondergenehmigung wurden zwei Schafherden geimpft, mit einem in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoff der französischen Firma CEVA. Leider sei die Durchführung eher "politisch pragmatisch" gewesen: Weil Standards einer medizinischen Studie nicht eingehalten wurden, habe es keine verwertbaren Ergebnisse gegeben, sagt Baljer. Aber zumindest seien nach der Immunisierung keine neuen Patienten gemeldet worden.
Auch in den Niederlanden soll der Impfstoff großflächig eingesetzt werden. Allerdings wirkt er nur bei Tieren, die nicht infiziert sind. Da man nicht schnell genug testen kann, welche Ziegen infiziert sind, töten Spezialisten alle trächtigen Ziegen auf Höfen, auf denen der Erreger entdeckt wurde. Und zwar bevor die Lämmer im Februar geboren werden.
Warum sich die Bakterien in den Niederlanden so schnell ausbreiten, ist unklar. Vermutlich liegt es auch an der enorm gestiegenen Ziegenhaltung - nach einer Schweinepestepidemie 1997 stiegen viele Bauern auf Ziegen um. Gab es 1995 erst einige Tausend Ziegen in den Niederlanden, so sind es heute mehr als 300.000 und die Niederlande exportieren mehr Feta-Käse als Griechenland.
Weil Höfe oft nah beieinander liegen und Tiere häufig transportiert werden, breiten sich Infektionen schnell aus. Einen anderen Grund nennt der niederländische Veterinär Hendrik-Jan Roest. Im Fachblatt Science sagt er, dass alle in den Niederlanden infizierten Menschen und Ziegen den gleichen genetischen Untertyp von C. burnetii aufwiesen, vielleicht handele es sich dabei um eine besonders aggressive Variante des Bakteriums. Während die Forscher versuchen, das Rätsel zu klären, laufen die Notschlachtungen auf Hochtouren.
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(SZ vom 20.01.2010/beu)
Großprojekte in Berlin
Die Entwicklung des Q-Fieger Erregers Coxiella burnetii ist
beunruhigend. Neue Meldungen berichten über Q-Fieber Erkrankungenin Belgien. Ob der Erreger durch die Tötung von 40000 Ziegen in Holland beseitigt werden kann, ist anzuzweifeln.
Unter diesem Vorzeichen soll in Südniedersachsen, im Landkreis
Holzminden, Europas größte Ziegenfabrik in einem Landschafts-schutzgebiet errichtet werden. Mehr als 7500 Milchziegen mit ca. 12000 Lämmern sollen ganzjährig in drei Ställen gehalten werden. Die Ziegenfabrik liegt in unmittelbarer Nähe des bekannten Weserradwegs gegenüber der Poller Burg. Während die Politik diese Massentierhaltung unterstützt, wird der Protest in der Bevölkerung immer größer. Zahlreiche Verbände haben sich bereits gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Umwelt betreibt eine Petition gegen Europas größte Ziegenhaltung.
Diese Ziegenfabrik könnte für die Bewohner und Touristen des Weserberglands zu einer tickenden Zeitbombe werden.
weiß die englische Wikipedia zu berichten: "The "Q" stands for "query" and was applied at a time when the causative agent was unknown; it was chosen over suggestions of "abattoir fever" and "Queensland rickettsial fever", to avoid directing negative connotations at either the cattle industry or the state of Queensland." Finde ich sehr interessant.
Hier ist garnichts aber auch garnichts rätselhaft. Das Q-Fieber ist nichts Neues (Bakterium kein Virus):
de.wikipedia.org/wiki/Q-Fieber
Wird hauptsächlich in Zuchtbetrieben für Schafe und nicht so oft für Ziegen übertragen vor allem während der Lammzeiten. In Deutschland werden regelmäßig ganze Dörfer in der Nähe von Schafweiden infiziert (mittels Staub durch Wind), ohne dass es zunächst groß bemerkt wird, da zumeist nur leichte Symptome auftreten. Stichwort: Sommergrippe. Kann aber in Einzelfällen schwerere Langzeitwirkungen haben (siehe Wiki).
Es heißt "Holland", nicht "Niederlande". Wie können die Schreiberlinge der SZ ernsthaft eine Wolf-Schneider-Rubrik veröffentlichen und kennen nicht mal die Grundlagen seiner Bücher? Oder nennen sie "München" bald nur noch "Monaco", weil das im italienischen ja auch so genannt wird?
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