Die Niederlande töten Zehntausende Ziegen, um eine rätselhafte Tierseuche einzudämmen. Ihr Erreger kann auch dem Menschen gefährlich werden und gilt in den USA als B-Waffe.
Im trächtigen Ziegenweibchen reift das junge Lamm heran. Mit ihm wachsen Abermilliarden von Bakterien, die sich im Mutterleib explosionsartig vermehren - die Erreger des Q-Fiebers, Coxiella burnetii. Die Seuche, die auch Menschen gefährlich werden kann, grassiert derzeit auf niederländischen Höfen. 2300 Einwohner erkrankten dort im vergangenen Jahr am Fieber, sechs starben an den Folgen. Um die Ausbreitung zu stoppen, wurden bereits Tausende Tiere notgeschlachtet - dabei weiß die Wissenschaft noch nicht genau, warum an der Seuche auch so viele Menschen erkranken.
Die Niederlande exportieren mehr Feta-Käse als Griechenland - 300.000 Ziegen machen es möglich. (© Foto: dpa)
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Tiere spüren die Infektion kaum, trächtige Weibchen erleiden allerdings oft Früh- oder Totgeburten. Mit Fruchtwasser und Mutterkuchen gelangen die Bakterien ins Freie. Dort bilden sie Dauerformen und trotzen jahrelang Trockenheit und Hitze. Bis sie zum Beispiel von einem Spaziergänger eingeatmet werden, der über eine Weide geht. Ein einziger Keim kann ausreichen, um einen Menschen zu infizieren.
Erste Anzeichen einer Ansteckung sind grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Stirnkopfschmerzen. Die Beschwerden werden durch Antibiotikagabe zwar gelindert. "Vollständig abtöten lassen sich die Bakterien aber nicht. Sie ziehen sich ins Rückenmark zurück, in blutbildende Zellen und in die Fresszellen des Immunsystems", sagt Georg Baljer, Experte für Infektionskrankheiten bei Tieren an der Universität Gießen. "Dort gelangen die Medikamente nicht hin." Noch Jahre später können sie Hirnhaut- oder Herzklappenentzündung auslösen.
In den USA gelten die Bakterien, die erstmals 1935 bei australischen Schlachthofarbeitern beschrieben wurden, als biologische Waffe der Kategorie B. Weniger tödlich als Milzbrand, aber mit dem Potential, Krankheit und Angst zu verbreiten. Der Name geht auf die zunächst unklare Herkunft des Fiebers zurück - und ist die Abkürzung für "query", fragwürdig. Der Name blieb, auch als 1937 der Erreger beschrieben wurde.
Die niederländische Landwirtschaftsministerin, Gerda Verburg, hat nun eine Massenkeulung trächtiger Ziegen angeordnet. Mehr als 40.000 Tiere, elf Prozent des Ziegenbestandes im Land, sollen bis Ende Januar mit der Giftspritze getötet werden. Baljer hält das für maßlos übertrieben. "Das ist vor allem politischer Aktionismus." Naiv ist es wohl obendrein. "Damit könnte man die Seuche nur beenden, wenn man danach die Zucht einstellen würde", sagt Baljer. Denn die Bakterien überdauern nicht nur im Freien, sondern in verschiedenen Wirten: In Schafen, Rindern, Hunden und Katzen, aber auch in Fliegen, Zecken und Vögeln. In seltenen Fällen wird von einer Übertragung von Mensch zu Mensch berichtet, zum Beispiel während der Entbindung, durch Blut- und Knochenmarktransfusionen oder Geschlechtsverkehr.
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Die Entwicklung des Q-Fieger Erregers Coxiella burnetii ist
beunruhigend. Neue Meldungen berichten über Q-Fieber Erkrankungenin Belgien. Ob der Erreger durch die Tötung von 40000 Ziegen in Holland beseitigt werden kann, ist anzuzweifeln.
Unter diesem Vorzeichen soll in Südniedersachsen, im Landkreis
Holzminden, Europas größte Ziegenfabrik in einem Landschafts-schutzgebiet errichtet werden. Mehr als 7500 Milchziegen mit ca. 12000 Lämmern sollen ganzjährig in drei Ställen gehalten werden. Die Ziegenfabrik liegt in unmittelbarer Nähe des bekannten Weserradwegs gegenüber der Poller Burg. Während die Politik diese Massentierhaltung unterstützt, wird der Protest in der Bevölkerung immer größer. Zahlreiche Verbände haben sich bereits gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Umwelt betreibt eine Petition gegen Europas größte Ziegenhaltung.
Diese Ziegenfabrik könnte für die Bewohner und Touristen des Weserberglands zu einer tickenden Zeitbombe werden.
weiß die englische Wikipedia zu berichten: "The "Q" stands for "query" and was applied at a time when the causative agent was unknown; it was chosen over suggestions of "abattoir fever" and "Queensland rickettsial fever", to avoid directing negative connotations at either the cattle industry or the state of Queensland." Finde ich sehr interessant.
Hier ist garnichts aber auch garnichts rätselhaft. Das Q-Fieber ist nichts Neues (Bakterium kein Virus):
de.wikipedia.org/wiki/Q-Fieber
Wird hauptsächlich in Zuchtbetrieben für Schafe und nicht so oft für Ziegen übertragen vor allem während der Lammzeiten. In Deutschland werden regelmäßig ganze Dörfer in der Nähe von Schafweiden infiziert (mittels Staub durch Wind), ohne dass es zunächst groß bemerkt wird, da zumeist nur leichte Symptome auftreten. Stichwort: Sommergrippe. Kann aber in Einzelfällen schwerere Langzeitwirkungen haben (siehe Wiki).
Es heißt "Holland", nicht "Niederlande". Wie können die Schreiberlinge der SZ ernsthaft eine Wolf-Schneider-Rubrik veröffentlichen und kennen nicht mal die Grundlagen seiner Bücher? Oder nennen sie "München" bald nur noch "Monaco", weil das im italienischen ja auch so genannt wird?
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