Gefühle spiegeln sich in Kopf und Körper wider: Genetiker und Neurobiologen erkennen zunehmend, wie negative Emotionen krank machen - und Glück gesund erhält.
Für James Watson ist der Mensch recht einfach gebaut. "We are nothing but a pack of neurons", sagt der 81-jährige Nobelpreisträger, der vor mehr als einem halben Jahrhundert gemeinsam mit Francis Crick die Molekülstruktur der DNS entschlüsselt hat. Dass "wir nur ein Haufen Neuronen sind", würden aber sogar hartnäckige Laborforscher vermutlich als Simplifizierung empfinden. Andererseits finden Wissenschaftler derzeit immer mehr Beweise dafür, wie sich Gefühle und Erfahrungen im Körper niederschlagen und beispielsweise Hormonspiegel verändern, Nerven aktivieren oder die Erregungsleitung des Herzens beeinflussen.
Positive Gefühle können die Gesundheit verbessern. (© Foto: ddp)
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Für die "Psycho-Fächer" bedeutet die Vielzahl der neuen experimentellen Befunde eine Umorientierung - womöglich liegt ihr Arbeitsschwerpunkt künftig eher im Labor als beim Patienten. Der Kongress für Psychosomatik und Psychotherapie vergangene Woche in Berlin hatte konsequenterweise den Titel "Chronische Krankheiten im Spannungsfeld zwischen molekularer Medizin und personaler Heilkunde".
Die anregendsten Erkenntnisse ließen sich zweifellos aus neueren experimentellen Befunden ableiten. Christine Heim von der Emory Universität in Atlanta zeigte, wie sich frühe Stresserfahrungen auf das Gehirn auswirken und die Neigung zur Depression verstärken können. Aus epidemiologischen Untersuchungen ist bekannt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend traumatisiert worden sind, später viermal häufiger an einer Depression erkranken. Mittlerweile erkennen Forscher, was dabei im Gehirn vor sich geht, sodass es zeitlebens verletzlicher ist und stärker auf Belastungen reagiert. "Körperliche Misshandlungen wie auch emotionale Vernachlässigung sind negative soziale Lernerfahrungen", sagt Heim. "Leider prägt sich das dauerhaft ein."
Besonders gesundheitsschädlich ist eine permanent hochregulierte Stressreaktion des Körpers. Stimuliert vom Hypothalamus schüttet die Hirnanhangdrüse das Hormon ACTH aus, was wiederum die Cortisolfreisetzung in der Nebennierenrinde anfeuert. Herzrasen, Anspannung, beschleunigte Atmung und ein Stoffwechsel auf Hochtouren sind die Folge. Diese Alarmreaktion ist bei kurzfristiger Belastung sinnvoll - auf Dauer macht sie krank. Heims Team konnte zeigen, dass unter Stress der Pegel des C-reaktiven Proteins im Nervenwasser erhöht ist; der Eiweißstoff zeigt diverse entzündliche Prozesse im Körper an.
In Tierversuchen hatte sich ergeben, dass bei Ratten unter chronischem Stress sogar jene Zentren im Gehirn kleiner bleiben und gehemmt werden, die das Gefühlserleben modulieren. In jüngster Zeit wurde eine Verkleinerung des Hippocampus und eine gestörte Neubildung der dortigen Nervenbahnen auch bei Frauen beobachtet, die ein frühkindliches Trauma erlitten hatten und später an einer Depression erkrankt waren. Der Hippocampus ist für die Verarbeitung von Gedächtnis- wie Gefühlsinhalten von zentraler Bedeutung.
Wie können Männer ihre gestressten Frauen am schnellsten beruhigen? Eine simple Methode hilft. Mehr dazu auf der kommenden Seite.
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Demonstrationen in Hamburg
Hmmm...wenn ich das so lese, stellt sich mir die Frage...
wen kann man auf Schmerzensgeld verklagen, wenn man unverschuldet ein stressiges und anstrengendes Leben führen muß?
All die Geschichten über Gewalt, psychisch, physisch, oder beides, hört oder liest man...ja und dann, sind sie wieder vergessen. Die einzigen Personen, die es, meist ohne Hilfe, ausbaden müssen, sind die Opfer. Es ist nicht nur die Tat selbst, es sind auch die Folgen, wie die hier beschriebenen Herzkranheiten, oder andere Beschwerden.
Meine Erfahrung hat gezeigt, wenn jemand mit z.B. Herzbeschwerden zum Arzt geht, dann wird ihm von diesem ein schlechtes Gewissen eingeredet, über eine schlechte Ernährung, über einen ungesunden Lebenswandel, evtl. wg Übergewicht...aber selbst wenn der Patient alles bestreitet bekommt er noch zu hören...ja, woher soll denn die Erkranung so ohne Grund kommen???
Nun, so einfach ist es ja, diesen Forschern nach zu urteilen, wohl doch nicht. Gründe gibt es...
aber...wen interessiert das schon...
denn dann wären auch Äußerungen, wie die Sarrazins oder Westerwelles als Körperverletzung zu sehen, denn sie wirken unterschiedlich...auf die einen als Anreiz, es den "faulen und arbeitsscheuen Hartzern" mal so richtig zu zeigen, so das sie keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen...
...und eben auf die Hartzer selbst, die sich nicht nur selbst durch die Äußerungen verletzt fühlen, sondern zusätzlich noch durch die Ausgrenzung im Umfeld. Ist das denn kein Stress, der Krank macht?
" "Allen Ärzten sollte klar sein, dass bei körperlichen Beschwerden das Erleben und Verhalten der Patienten darüber mitbestimmt, wie die Krankheit verläuft", sagt Henningsen."
Ist es aber nicht. Im Gegenteil. Ärzte sind zuweilen wie die Holzklötze. Gerade vorgestern rief mich eine Freundin an und erzählte mir, sie wäre wegen einer Hautveränderung bei der Ärztin gewesen. Diese hätte sich gemeinsam mit einer Kollegin das Ganze angeschaut und ihr dann sinngemäß völlig emotionslos mit drohender Stimme gesagt, das müsste wegoperiert werden, ansonsten käme in ca. einem Jahr das böse Erwachen.
Da könnte man sich eigentlich gleich von einem Roboter untersuchen lassen, finde ich.
Meine Tochter wurde vor wenigen Wochen geboren. Von daher ist diese Information sehr gut für mich. Es ist also die richtige Intention, dass ich ihr Liebe, Trost und Zuneigung geben möchte, wenn sie schreit; selbst wenn sie schreit, wenn sie keinen offensichtlichen Grund dafür hat (z.B. Windel voll, Hunger, Bauchweh). manchmal will der kleine Mensch einfach gelibet werden. Klingt ja auch plausible.
Aber vonallen Seiten erhalten wir (die Eltern) Warnungen, dass wir unser Kind verwöhnen würden und dass man es schreien lassen soll.
Hmmmmm... schwierig schwierig... ich denke, wir hören da am besten auf das bauchgefühl ihrer Mutter. Die lag bisher immer goldrichtig mit ihren Vermutungen, woran es lag, dass sie schreit...
Seit ich die SZ lese bilden sich immer mehr Glucokortikoid-Rezeptoren in mir aus.
(;-))