Geht es um soziale Konflikte, dann fällen ältere Menschen tatsächlich ausgewogenere Urteile als jüngere.
Ältere Menschen urteilen in sozialen Konflikten ausgewogener als jüngere. Dies folgern Psychologen um Igor Grossmann von der University of Michigan aus Befragungen von Menschen verschiedener Altersgruppen (PNAS, online).
"Unsere Studie zeigt, dass das Sprichwort, ,mit dem Alter kommt die Weisheit, zumindest in einigen Aspekten zutrifft", schreiben Wissenschaftler. (© Foto: iStock / Grafik: sueddeutsche.de, Büch)
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Darf ein Land seine Traditionen aufgeben, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern? Wie stark müssen sich Migranten an die Gepflogenheiten im neuen Land anpassen? Zu diesen Themen bekamen die Probanden zunächst fiktive Zeitungsartikel zu lesen. Dann sollten sie einschätzen, wie sich die in den Berichten erwähnten Konflikte entwickeln würden.
"Ich weiß zu wenig über die ethnischen Gruppen und welche Werte ihnen wichtig sind" - Aussagen dieser Art machten die über 60-Jährigen deutlich häufiger als jüngere Probanden. Diese tendierten eher zu definitiven Kommentaren wie "Jede Gruppe wird ihre eigene Kultur beibehalten."
Auch als die Probanden auf Fragen zu Beziehungs- und Familienproblemen antworten sollten, die auf Ratgeberseiten in Zeitschriften erschienen waren, schlugen die älteren Studienteilnehmer häufiger einen Kompromiss vor und berücksichtigten öfter die Meinungen aller Beteiligten.
Für die Forscher ist es ein Zeichen von Weisheit, wenn man Kompromisse zu finden versucht, ein Problem aus mehreren Perspektiven betrachtet oder sich eingesteht, dass man nicht genug über die Situation der Streitenden weiß. "Unsere Studie zeigt, dass das Sprichwort, ,mit dem Alter kommt die Weisheit, zumindest in einigen Aspekten zutrifft", schreiben die Autoren.
Die größere Lebenserfahrung erleichtere es älteren Menschen, ausgewogener zu urteilen. Bei den meisten anderen kognitiven Leistungen, zum Beispiel der Merkfähigkeit, schnitten hingegen erwartungsgemäß die jüngeren Probanden besser ab.
Weisheit und ihre Zunahme experimentell zu belegen, wie es Grossmann und seine Kollegen versucht haben, ist schwierig. Mit einer umfassenden, allgemeingültigen Definition von Weisheit tun sich Psychologen schwer.
Die Entwicklungspsychologin Ute Kunzmann von der Universität Leipzig hält die aktuelle Studie dennoch für aussagekräftig, weil die Aufgaben alltagsnah formuliert seien. Kunzmann gibt aber auch zu bedenken, dass sich Menschen im normalen Leben oft ganz anders und möglicherweise auch starrköpfiger verhielten als im Labor.
(SZ vom 07.04.2010/cosa)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
...ist das die vorstufe von altersdemenz?
SPASS beiseite!
weisheit kommt meines erachtens nicht davon, wieviel geburtstage man inne hat, sondern davon, welche art von erfahrungen man im leben hatte und auch wie man diese verarbeitet hat; dieses ist für meine begriffe altersunabhängig.
Mir kommt's auch so vor, dass die Autorin besser vorher jemanden Älteren hätte fragen sollen, ob das dort schon bekannt sei.
Erfahrung hilft einem! Was für eine bahnbrechende Erkenntnis.
...um so bedauerlicher ist es, dass ältere Leute, durchaus schon ab 30, von der Gesellschaft quasi ausgespien werden.
Das heisst im Umkehrschluss, dass die Gesellschaft keinen Wert auf Erfahrung und Weisheit legt und das wiederum spricht nicht gerade für einen hohen Intelligenzquotienten der Gesellschaft auf breiter Basis.
komischer "Artikel".
Hier wird eine Binsenweisheit zur wissenschaftlichen Erkenntnis hochgepimpt. Mithilfe einer Studie von Psychologen. A pro pos:
"Kennt jemand den Unterschied zwischen Eunuchen und Psychologen?"
Es gibt keinen. Beide wissen, wie's geht, können es aber nicht.
Bleibt nur noch die Möglichkeit "Seiten füllen": Die Autoren zahlen für die Erwähnung, iStock macht ein bischen Kleingeld mit den Fotorechten....
DW