Die furchterregenden Raubkatzen der Urzeit hatten zwar riesige Zähne - aber kraftvoll zubeißen konnten sie damit nicht. Mit Video
Mit seinen riesigen, bis zu 20 Zentimeter langen Eckzähnen muss er für die Menschen der Steinzeit ein furchtbarer Anblick gewesen sein: Der Säbelzahntiger.
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Wie eine perfekte Tötungsmaschine müssen die Großkatzen gewirkt haben, die in Amerika erst vor etwa 10.000 Jahren ausgestorben sind. Doch wie die University of New South Wales jetzt berichtet, entsprach ihr Biss eher dem eines Pussykätzchens.
Seit 150 Jahren streiten Forscher darüber, wie Säbelzahntiger etwa der Art Smilodon ihre Fänge eingesetzt haben. So nutzten die Tiere sie möglicherweise als eine Art Messer, um großen Tieren schwere Wunden zuzufügen.
Dagegen spricht, dass die Zähne dabei vermutlich leicht hätten abbrechen können. Denkbar ist auch, dass diese Tiger, die allerdings gar keine echten Tiger waren, ihre Beute eher mit den kräftigen Vorderbeinen festhielten und in die Kehle bissen.
Wissenschaftler der Universitäten von New South Wales (UNSW) und Newcastle haben nun mit Hilfe einer Computeranimation festgestellt, dass die zweite Annahme zutreffen dürfte.
Sie unterzogen dem Schädel eines Säbelzahntigers einer Reihe von digitalen "Crash-Tests", in denen der Urzeiträuber im Vergleich zum Löwen schlecht abschnitt.
Wie sie im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science (doi: 10.1073/pnas.0706086104)berichten, zeigte die Analyse, dass ein Säbelzahntiger mit einem Körpergewicht von 230 Kilogramm gerade mal auf 1000 Newton Beißkraft kam. Das ist ein Drittel der Beißkraft eines modernen Löwen mit einem Körpergewicht von 250 Kilogramm.
"Trotz seines Rufes hatte Smilodon einen erbärmlichen Biss", erklärte Steve Wroe von der UNSW. "Er biss zu wie ein Miezekätzchen."
Löwen, die unter allen heute noch lebenden Großkatzen den Säbelzahntigern am stärksten ähneln, versuchen, sich in die Kehle ihrer Opfer zu verbeißen und das sich wehrende Beutetier nicht mehr loszulassen. Hätte ein Säbelzahntiger das versucht, hätte er sich ernsthafte Verletzungen zugezogen, erklärte Colin McHenry von der University of Newcastle. Die prähistorischen Räuber mussten demnach auf eine andere Strategie setzen.
"Smilodon war eine furchteinflößende Bestie"
Doch harmlos waren Säbelzahntiger trotz des Miezenbisses noch lange nicht - im Gegenteil. "Smilodon war eine furchteinflößende Bestie. Was ihm an Beißkraft fehlte, machte er auf andere Art wett", vermutet Wroe.
"Die Säbelzahnkatze hatte einen ungeheuer kräftigen Körper - perfekt, um ein großes Beutetier zu Boden zu drücken. Und unser Modell", so der Wissenschaftler, "zeigt, dass es das auch tun musste, bevor es versuchen konnte zuzubeißen." Vermutlich zielte die Raubkatze mit den riesigen Zähnen auf die Kehle. "Hätte sie zugebissen, würde die Beute fast sofort sterben."
Dass Menschen auf der Speisekarte der Säbelzahntiger standen, ist nicht gewiss. Die australischen Forscher gehen davon aus, dass Smilodon eher an die Jagd auf größere Beutetiere angepasst war - etwa Pferde, Bisons.
Die Beobachtungen der Australier unterstützen demnach die Vermutung, dass Säbelzahntiger in Amerika ausgestorben sind, weil nicht mehr genug Beutetiere zur Verfügung standen. Viele der großen prähistorischen Tierarten sind dort vor etwa 11.000 Jahren verschwunden. Vermutlich wurden die Urzeittiere Opfer eines sehr erfolgreich jagenden Neuankömmlings - des Menschen.
(sueddeutsche.de)
Großprojekte in Berlin
Über die in Deutschland vorkommenden Säbelzahnkatzen Machairodus und Homotherium sowie die Dolchzahnkatzen Paramachairodus und Megantereon informiert das Taschenbuch "Säbelzahnkatzen" (GRIN Verlag für akademische Texte) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Funde von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen kennt man bisher aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen.
der bison ist erst im 19 jahrhundert moderner zeitrechnung ausgestorben/ausgerottet worden. am futter lags also nicht
Wir wissen doch daß die SZ und viele andere Zeitungen mittlerweile ihre Artikel nicht mehr selber "schreiben" sondern einen englischen Originaltext zumindest als Vorlage nehmen. Nun gut, die Wissenschaft publiziert nun mal auf Englisch aber warum könnte man die Artikel vor der Veröffentlichung mal ein klein wenig Korrekturlesen?
Ich meine damit nicht auf Rechtschreibfehler sondern Sprachgebrauch... Pussykätzchen? Ja da hat wohl jemand den Artikel der hier in den Zeitungen unter "Sabre Tooth Tiger was just a Pussycat" vor sich gehabt...
Und nein, ich bin kein Beführworter von "Gesichtserkern" und dergleichen aber warum behandeln wir gebräuchliche Wörter die wir haben so als ob wir uns ihrer schämen würden?
Ein Beispiel mehr für die völlige Ahnungslosigkeit der meisten der sogenannten Fachleute auf "diesem oder jenem" Gebiet. Was treiben die eigentlich auf den Universitäten ?
Ganz so unbeholfen, was den Beutefang betrifft, dürften die säbelzahnbewehrten Räuber nicht gewesen sein - immerhin haben sie sich während des Tertiärs und des Pleistozäns gleich viermal unabhängig voneinander entwickelt und waren zum Teil über Millionen Jahre so ziemlich auf allen Erdteilen vertreten.
Es ist sehr hypothetisch, aus Computeranalysen Rückschlüsse auf das Jagdverhalten bestimmter Arten zu schließen. Ein Beispiel bieten Krokodile normalen Ausmaßes: Sobald deren Schnauze zu ist, befarf es keiner allzu großen Anstrengung, sie beidhändig umfasst geschlossen zu halten - Krokodile und Alligatoren schnappen zwar gewaltig zu, schalten beim öffnen des Mauls jedoch gewissermaßen auf "Sparbetrieb". Auch hier könnte man durchaus von einer Schwachstelle reden - nur tut das keiner, und die Probe aufs Exempel würde ich lieber nicht wagen.
Und was den T. rex betrifft: Seit Jahrzehnten werden seine Laufeigenschaften diskutiert und immer wieder neu berechnet - zwischen zähem Fußgängertempo und 60-Kilometer-Speed hat er bereits das gesamte Spektrum von langsamer bis schneller Fortbewegung durchlaufen. Im Augenblick - mit Betonung auf Augenblick - billigt man ihm ein Tempo zu, das dem eines menschlichen 100-Meter-Sprinters entspricht.
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