Die Bundesregierung streitet über ein Experiment im Südpolarmeer. Nun darf die Polarstern vorerst kein Eisensulfat ins Meer streuen.
Eine Expedition des deutschen Forschungsschiffs Polarstern im Südpolarmeer sorgt für Streit in der Bundesregierung. Ein geplantes Experiment wurde am Dienstag ausgesetzt, nachdem Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) das von Annette Schavan (CDU) geleitete Forschungsministerium aufgefordert hatte, das Projekt "unverzüglich zu stoppen".
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Die Forscher an Bord der Polarstern hatten vor, mit etlichen Tonnen Eisensulfat eine Meeresfläche so groß wie München zu düngen. (© Foto: ddp)
Forscher aus mehreren Ländern an Bord der Polarstern hatten vor, mit etlichen Tonnen Eisensulfat eine Meeresfläche so groß wie München zu düngen. Die Wissenschaftler unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven (AWI) wollten testen, wie viel Treibhausgas die auf diesem Weg erzeugte Algenblüte binden kann.
Mehrere Umwelt-Organisationen protestieren gegen das Projekt. Sie verweisen auf einen Beschluss der Vereinten Nationen, der im vergangenen Mai in Bonn gefasst wurde. Auf der Tagung über biologische Vielfalt hatten sich 191 Nationen unter Vorsitz Deutschlands gegen Eisen-Düngung der Meere ausgesprochen.
Der Kenntnisstand über das Verfahren sei zu gering, hieß es. Um die Wissenslücken zu schließen, erlaubt das Moratorium jedoch ausdrücklich "kleinflächige Eisendüngung von Küstengewässern im Rahmen von Wissenschaftsprojekten".
Umweltminister Gabriel kritisiert das Experiment im Südpolarmeer dennoch mit scharfen Worten. Es stehe "im Gegensatz zu den unter deutschem Vorsitz gefassten UN-Beschlüssen". Deutschland habe sich nicht nur um das Moratorium bemüht, sondern sich sogar "für weitergehende Aussagen gegen Ozeandüngung ausgesprochen", schreibt Gabriels Ministerium in einem Brief an das Forschungsministerium, der der SZ vorliegt. Das Projekt der Polarstern "untergräbt Deutschlands Glaubwürdigkeit und Vorreiterrolle beim Schutz der biologischen Vielfalt", erklärt Gabriel.
Das Projekt sei unbedenklich für die Umwelt, beharrt hingegen das AWI. Es stehe "im Einklang mit allen politischen Forderungen zur Ächtung einer Ozeandüngung", ergänzt das Forschungsministerium. "Gleichwohl haben wir das AWI gebeten, das Experiment so lange auszusetzen, bis uns eine Stellungnahme zur Unbedenklichkeit der Untersuchungen vorliegt." Die Polarstern erreicht den Ort des Experiments erst in einigen Tagen.
(SZ vom 14.01.2009/mcs)
...bin ich doch immer wieder, dass es immernoch Menschen gibt, die Umweltschutz als Luxusidee oder Hirngespinste abtun...
Möglicherweise haben Gabriel und die Umweltgruppen Angst, dass ihnen bei einem postiven Ergebnis der Polarstern die Argumente ausgehen, uns Steuerzahler noch mehr bluten zu lassen mit ihren fiktiven "Tatsachen".
"Was muss man eigentlich getrunken haben, um auf solche Ideen zu kommen? Oder ist es nur die reine Profitgier der Eisensulfaterzeuger? "
Fe+++ Ionen wirken als katalytische Ionen und fördern das Wachstum von Meeresplankton. Das ist bekannt und schon in Laborversuchen erfolgreich durchgeführt worden. Meeresplankton wiederum benötigt zum Wachstum CO2, also Kohlendioxid, das es dem Meerwasser entnimmt, so dass dieses an CO2 'VERARMT' und aus der Umgebungsluft dort vorhandenes wieder lösen kann, das Klimagas also aus der Atmosphäre entnimmt. Ohne Eisenionen aber kann das Meeresplankton nicht in entsprechender Weise wachsen, es entsteht also erst gar kein Plankton.
In diesem Zusammenhang kann also eine Planktonkultur wie eine CO2-Senke wirken, wobei gesagt werden muss, dass das Meer, die Ozeane einen größeren Teil des CO2 aus der Luft entfernen, als die auf den Landmssen wachsenden Pflanzen.
Wenn ich Ihr Argument also recht verstehe, sind Sie mit diesen Zusammenhängen wenig oder nicht vertraut. Das ist bedauerlich, würden Sie doch sonst nicht ernst zu nehmende Menschen, die sich verantwortlich mit den Katastrophenszenarien beschäftigen, als betrunkene Troglodyten apostrophieren, vor allen Dingen in Hinsicht darauf, dass Sie offensichtlich keinerlei Ansatzpunkte für eine Alternativstrategie erkennen lassen. etwas verärgert ...
Kuni
@chlange001 & CUlla-ulla
Es sieht so aus, dass Sie beide unter Natur etwas anderes verstehen. Für chlange001ist Natur das, was der Mensch braucht, für Ulla-ulla ist Natur das, was wäre, wenn die Menschen eine Population mit geschätztem Stand von 50.000 vor Christus ausmachen würde.
Wenn Sie sich beide in der Mitte treffen würden, dann hätten sie mein Verständnis von Natur, nämlich soviel der Erde abzuverlangen, dass wir Menschen unser Überleben sichern können, aber eben nicht mehr.
Dafür dürfen dann umgekehrt auch mal die Klimaschützer die Umweltschützer schikanieren.
Paging