Der Streit um die Eisen-Düngung im Südpolarmeer schien behoben. Doch jetzt gibt es wieder Ärger zwischen Forschungs- und Umweltministerium.
Selten hat ein wissenschaftliches Experiment für so viel Aufregung gesorgt. Eigentlich wollten Meeresforscher auf dem Forschungsschiff Polarstern Mitte Januar einen kleinen Abschnitt des Südpolarmeers mit Eisensulfat düngen.
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Meeresforscher auf dem Forschungsschiff "Polarstern" wollen einen kleinen Bereich im Meer mit Eisensulfat düngen. (© Foto: dpa)
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Das Experiment sollte zeigen, wie viel Treibhausgas eine mit dem Düngemittel erzeugte Algenblüte binden kann. Doch nach Protest von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wurde die Arbeit zunächst ausgesetzt.
Erst nachdem Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) eigens Gutachten über die ökologische und rechtliche Unbedenklichkeit des Projekts eingeholt hatte, durften die Wissenschaftler aus sieben Nationen Ende Januar mit ihrer Arbeit beginnen.
Doch nun gibt es schon wieder Ärger. Das Umweltministerium (BMU) zeigt sich irritiert, weil die Düngung an anderer Stelle gestartet wurde als geplant.
Per E-Mail bat das BMU das Forschungsministerium um Aufklärung. Rund 1500 Kilometer vor der Antarktis, mehr als 600 Kilometer weiter von der Küste entfernt als vorgesehen, haben die Forscher das Eisensulfat ins Meer geschüttet. Erst drei Tage nach der Aktion habe man von der Planänderung erfahren, beschwert sich das BMU.
Ob die Gutachten nach dem Ortswechsel ihre Gültigkeit behielten, sei fraglich. Internationalen Vereinbarungen zufolge müssten solche Experimente "in Küstennähe" stattfinden, wo ohnehin viele Eisenpartikel im Wasser trieben.
Das Forschungsministerium (BMBF) weist die Kritik zurück. Nicht der Ort des Experiments entscheide über die "Küstennähe". Im ozeanographischen Sinne sei vielmehr ausschlaggebend, ob das Wasser von der Küste stamme, erklärt das BMBF in seiner Replik.
Das sei im Experimentier-Gebiet der Fall: Dort seien erhebliche Mengen Küstenplankton nachgewiesen worden. Für die Düngung sei ein geschlossener Wasserwirbel ausgewählt worden, ergänzt das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven (AWI), das das Polarstern-Experiment leitet.
Die Rotation des Wassers sorge dafür, dass der Eisen-Dünger sich nicht verteile und nicht in die Umgebung gelange. Ursprünglich war auf Satellitenbildern aus dem Jahr 2005 ein anderer Wirbel näher an der Küste ausgewählt worden. Doch der habe sich bei der Inspektion vor Ort als instabil erwiesen, erläutert das AWI. Deshalb sei der Ortswechsel notwendig gewesen.
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(SZ vom 10.02.2009/mcs)
Großprojekte in Berlin
Es ist nun mal das prinzipielle Problem der sogenannten Schutzanstalten, dass sie keinen produktiven Output haben und ihre Rechfertigung und öffentliche Darstellung nur daraus beziehen können, dass sie andere bei ihrer Arbeit behindern.
schlussendlich ein paar Tonnen Eisensulfat verklappt werden. Die Analyse steht doch schon fest: Weiter so!
im BUM arbeiten wohl viele Superschlaue...
bei sowas regen sie sich auf, ein paar Tonnen Eisensulfat... das strömt aus unterseeischen "black Smokern" unentwegt ins Wasser, taglich fallen hunderte Tonnen eisenhaltige Partikel aus dem All auf die Erde, jede Küsten-Stadt leitet abertausende Tonnen Abwässer mit entsprechenden Stickstoff- und Eisengehalt direkt ohne grosse Filterung ins Meer. Und ein paar Tonnen in der Arktis sind es wert, daß der Umweltminister seine ach so wertvolle Arbeitszeit investiert um sinnvolle Hexenjagd auf Forscher zu treiben ? Der Umweltminister sollte aus Kompetenzgründen zurücktreten. Er ist nicht in der Lage sinnvoll zu entscheiden was wichtig ist und was nicht. Oder was gefährlich ist und was nicht...
Nachdem wir aus purem Unwissen unsere Atmosphäre an den Rand des Umkippens gebracht haben, fummeln wir jetzt am Ozean herum, von dem wir auch nicht viel verstehen. Offenbar ist hier ein Beschäftigungsprogramm für ein Institut und sein Forschungsschiff initiiert worden.
Frau Schavan ist auch so eine Koalitionsministerin, die ausschliesslich negativ auffällt.
Super, wenn die Kompetenzen der Ministerien so klar getrennt sind.