Pharao-Mord im alten Ägypten Ramses III. wurde Kehle durchschnitten

Die Mumie von Pharao Ramses III. Auf dem Bild ist zu sehen, dass der Hals des Toten verdeckt und der Schnitt in der Kehle nicht zu erkennen ist.

(Foto: AFP)

Ramses III. wurde ermordet. Das belegen CT-Aufnahmen der altägyptischen Mumie aus dem 12. Jahrhundert vor unserer Zeit. Wurde der Pharao Opfer einer "Haremsverschwörung"?

Ramses III., ägyptischer Pharao im 12. Jahrhundert vor unserer Zeit, ist offenbar einem Mord zum Opfer gefallen. Dem Herrrscher wurde die Kehle durchschnitten. Die Entdeckung der sieben Zentimeter tiefen Halsverletzung deutet darauf hin, dass der altägyptische König der 20. Dynastie tatsächlich einem Verbrechen zum Opfer fiel. Darüber hatte es bereits seit langer Zeit Spekulationen gegeben.

Ein Forscherteam um den ägyptischen Experten Zahi Hawass, den Genetiker Carsten Pusch von der Universität Tübingen und den Paläopathologen der Europäischen Akademie Bozen (Eurac), Albert Zink, hatte die Mumie des Pharaos in Kairo erstmals computertomografisch, radiologisch und molekulargenetisch untersucht.

Dabei entdeckten die Fachleute die tiefe Schnittwunde am Hals des Herrschers, die von Binden verdeckt ist. Der Stoff ist nicht entfernt worden, um die Mumie nicht zu beschädigen. Die Wunde stamme den Forschern zufolge "wahrscheinlich von einem scharfen Messer". Ihre Ergebnisse stellen sie jetzt im Britisch Medical Journal vor.

Zahi Hawass hatte als ehemaliger Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung die Mumie bereits öfters begutachtet. "Die Halsverletzung ist erst in der Computertomografie sichtbar geworden", berichtet er. In den CT-Aufnahmen konnten die Forscher in der Wunde auch ein Amulett erkennen, das ein sogenanntes Horusauge darstellt - ein altägyptisches Symbol zum Schutz vor Unfällen und zum Wiedergewinn von Kraft.

"Die durchtrennte Kehle und das Amulett sind eindeutige Hinweise darauf, dass der Pharao ermordet wurde", schlussfolgert Albert Zink, der sich vor allem mit der Untersuchung der Eismumie "Ötzi" einen Namen gemacht hat. Das Amulett sei Ramses III. vermutlich nach seinem Tod in die Wunde gelegt worden, um diese für dessen Nachleben zu heilen.

Bislang wusste man aus einem im ägyptischen Museum von Turin aufbewahrten Gerichtspapyrus, dass es eine Verschwörung gegen den Pharao gegeben hatte. Eine der zwei Frauen des Herrschers, Teje, verfolgte demnach das Ziel, den Pharao zu töten und ihren Sohn Pentawer auf den Thron zu bringen. Die "Haremsverschwörung" wurde aufgedeckt, die Verschwörer wurden bestraft. Pentawer tötete sich dem Papyrus zufolge selbst.

Doch ob Ramses III. von den Verschwörern tatsächlich getötet wurde oder eines natürlichen Todes starb, war bislang nicht bekannt. Bisher galt lediglich als gesichert, dass Ramses 1155 vor unserer Zeitrechnung im Alter von etwa 65 Jahren starb. Der Herrscher litt an einer Arteriosklerose und war schwer krank. Experten schlossen deshalb die Möglichkeit nicht aus, dass die Verschwörer auf seinen Tod warten wollten.

Möglicherweise sind die Forscher auch auf Pentawer, Ramses Sohn, gestoßen. Es handelt sich um eine Mumie mit der Bezeichnung "E", die in einem Grab in der Nähe des Tals der Könige entdeckt wurde. Genanalysen der Mumie ergaben, dass es sich bei dem auf 18 bis 20 Jahre geschätzten Mann um einen Blutsverwandten des Pharaos handelt. Das Erbgut sei zu 50 Prozent identisch und beide besäßen das gleiche Y-Chromosom, sagte Zink der BBC.

Ob es tatsächlich Pentawer ist, könne aber nur durch eine Genomanalyse der Mutter bewiesen werden, deren Mumie jedoch nicht erhalten ist.

Es gibt an der männlichen Leiche allerdings weitere Auffälligkeiten, die auf Pentawer hinweisen. So sei die Brust stark aufgebläht gewesen und der Hals weise eine zusammengedrückte Hautfalte auf, erläutert Carsten Pusch. Diese Merkmale könnten zwar auch nach dem Tode entstanden sein. Sie könnten aber auch davon herrühren, dass er stranguliert wurde oder sich selbst erhängte.

"Auch die unstandesgemäße Art der Bestattung - ihm wurden nicht die Organe und das Gehirn entnommen und er wurde mit einem als unrein geltenden Ziegenfell bedeckt - könne ein Anhaltspunkt dafür sein, dass ein Verbrecher bestattet wurde."