Chinas Kohlendioxid-Emissionen wachsen mit rasender Geschwindigkeit. Die Regierung sieht zwar die Notwendigkeit zu handeln - allerdings vor allem auf Seiten der Industrienationen.
Peking ist eines der Länder, die konkrete Vorgaben zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen auch auf der Klimakonferenz in Bali bislang abgelehnt haben - soweit diese China selbst betreffen würden. Maßnahmen, die das eigene Wirtschaftswachstum hemmen könnten, wollen die Chinesen nicht akzeptieren.
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(© Foto: Reuters)
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Da die Hauptverantwortlichen für die zunehmende Erderwärmung bislang die Industrienationen sind, erwartet China von ihnen, die Hauptlast beim Klimaschutz zu tragen. Deshalb hat Peking den Vorstoß der Europäer unterstützt, demzufolge die Industrienationen ihre Emissionen erheblich reduzieren sollen.
China hat das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert. Der CO2-Ausstoß hat sich zwischen 1990 und 2005 mehr als verdoppelt und liegt derzeit bei 4770 Millionen Tonnen im Jahr.
Die Emissionen nehmen so schnell zu, dass das Land die USA - bislang der größte Verursacher von CO2-Emissionen - bald überholt haben wird. Oder bereits überholt hat, wie manche Schätzungen sagen. Dabei betrug der Ausstoß noch 2004 lediglich 54 Prozent desjenigen der USA.
China hat prinzipiell akzeptiert, dass der Klimawandel eine Bedrohung darstellt, gegen die etwas unternommen werden muss. So erklärte Peking zusammen mit Indien, Japan, Südkorea und weiteren asiatischen Ländern sowie Australien kürzlich, man unterstütze das "allgemeine Ziel, die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre langfristig zu stabilisieren".
Eine Möglichkeit, die eigenen Emissionen zu verringern, sieht Peking im Ausbau der Atomkraft. In den nächsten Jahren sollen 20 neue Kernkraftwerke ans Netz gehen. Außerdem fordert Peking technische und finanzielle Unterstützung der Industrienationen bei der Entwicklung einer klimaverträglichen Wirtschaft. Bereits jetzt fördert die EU Projekte zum Klimaschutz in China mit millionenschweren Krediten.
Selbst bei einer Verbesserung der bislang ausgesprochen schlechten Energieeffizienz wird die Belastung der Atmosphäre durch den in absoluten Zahlen extrem wachsenden Ausstoß von Treibhausgasen aus China weiterhin erheblich steigen.
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat in ihrem Weltbericht 2007 gewarnt, dass allein der Ausstoß von Kohlendioxid aufgrund des Energiebedarfs der Inder und Chinesen bis 2030 im Vergleich zu heute um 25 Prozent steigen wird, wenn nicht radikale Maßnahmen ergriffen werden.
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(sueddeutsche.de/cat)
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