Paris Frankreich legt neuen Entwurf für Klimaabkommen vor

Mit einem schlankeren und weniger strittigen Entwurf gehen die Verhandlungen in Paris in die entscheidende Runde.

Von Michael Bauchmüller, Paris

Mit einem weiteren Entwurf für ein Klimaabkommen sind die Verhandlungen in Paris am Mittwochabend in die entscheidende Runde gegangen. Erstmals legte die französische Ratspräsidentschaft selbst einen Entwurf für ein "Paris-Abkommen" vor. Er basiert auf den Verhandlungen innerhalb der Staaten in den vergangenen Tagen.

Mit nur noch 29 Seiten ist er deutlich kürzer als seine Vorgänger, er enthält weniger Streitpunkte. Drei Viertel der eckigen Klammern, wie sie offene Fragen oder umstrittene Passagen markieren, seien weggefallen, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. "Das ist substanziell weniger, aber immer noch zu viel." Er sei sicher, dass sich ein Abkommen erreichen lasse, sagte er. "Aber dafür müssen wir unsere Kräfte bündeln." Ziel sei es, sich nun auf die Streitpunkte zu konzentrieren.

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Neue, größere Allianz für den globalen Klimaschutz

Davon gibt es nach wie vor genug. So ist umstritten, welches Ziel die Staaten beim Klimaschutz anstreben und wie sie es erreichen wollen. Es ist unklar, wie oft sie das Erreichte kontrollieren und nach welchen Regeln. Ungeklärt ist weiterhin, ob und wie die Industriestaaten für Schäden aufkommen, die bereits entstanden sind, und ob sie feste Zusagen machen, wie sie von 2020 an die Entwicklungsländer unterstützen.

Für jede dieser Fragen stehen verschiedene Optionen zur Auswahl. Bei der ersten Debatte über den Entwurf akzeptierten die Staaten aber zumindest den Vorschlag Fabius' als Verhandlungsgrundlage. Die Nacht über wollten sie über die Streitfragen weiter verhandeln. Ein neuer Entwurf soll am Donnerstag stehen. Bis Freitag, 18 Uhr, soll das Abkommen fertig sein - wenn jeder Streit bis dahin beigelegt ist.

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Unterdessen hat sich eine neue, noch größere Allianz für den globalen Klimaschutz gebildet, der erstmals sowohl die Europäische Union als auch die USA angehören. Mexiko, Kolumbien und Norwegen schlossen sich der Gruppe ebenfalls an, zudem Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks, die in der so genannten AKP-Gruppe zusammengeschlossen sind.

Gemeinsam wolle man sich in der "high ambition coalition" nun für ein möglichst ehrgeiziges Abkommen einsetzen, sagte US-Unterhändler Todd Stern. "Wir müssen jetzt Druck machen, um vorwärts zu kommen." Schon am Dienstag hatten die EU und die 79 AKP-Staaten verkündet, ihre Kräfte fortan bündeln zu wollen. Die Allianzen sollen helfen, die üblichen Verhandlungsblöcke aufzulösen.