Bereits vor 4,5 Millionen Jahren haben Ur-Menschen "definitiv" den aufrechten Gang entwickelt. Das schließen Wissenschaftler aus den Überresten von gleich neun Exemplaren des Ardipithecus ramidus, die in Äthiopien entdeckt wurden.

In Äthiopien haben Wissenschaftler spärliche Überreste von mutmaßlichen Vorfahren des Menschen entdeckt, die zwischen 4,3 und 4,5 Millionen Jahre alt sein sollen.

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Die Knochen gehören zu einer Art, die - wie der moderne Mensch - zur Familie der Hominiden zählt. Die Forscher ordneten sie der Art Ardipithecus ramidus zu, die vor mehr als vier Millionen Jahren gelebt hat.

Über die Arbeit der Forscher, die für amerikanische und spanische Universitäten tätig sind, berichtet Magazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe.

Wie einer der Entdecker, Sileshi Semaw vom Craft Stone Age Institute an der Indiana University in Bloomington, US, der BBC erklärte, ist der Fund " sehr wichtig, da er bestätigt, dass Hominiden vor 4,5 Millionen Jahren definitiv bereits aufrecht gingen".

Die fossilierten Knochen von insgesamt neun Vertretern der Spezies A. ramidus wurden dem Bericht zufolge seit 1999 im Lauf von vier Jahren am Grabungsort As Duma in der äthiopischen Region Asfar gefunden, der schon zahlreiche andere, für die Forschung wichtige Fossilien geliefert hat.

Weitere Fosslien aus der direkten Umgebung, die das gleiche Alter besitzen wie der Ur-Menschen-Fund, zeigen, dass dieser seinen Lebensraum mit einer Reihe weiterer Säugetiere teilte, darunter Primaten sowie Tiere, die Kühen und Maulwürfen ähnlich sahen.

Geologische Untersuchungen und Tests nach der Radiokarbonmethode ergaben, dass die neuen Fundstücke 4,3 bis 4,5 Millionen Jahre alt sind. Es handelt sich überwiegend um Zähne und Kieferteile, aber auch um einzelne Hand- und Fußknochen.

Insgesamt stehen der Wissenschaft nun einzelne Teile von rund 60 Exemplaren des A. ramidus zur Verfügung, über den nur sehr wenig bekannt ist.

Erste Fossilienfunde dieser Art waren 1994 gemeldet worden. Einige Skelettfragmente deuten darauf hin, dass der Ardipithecus ramidus noch kleiner war als der Australopithecus afarensis, der vor etwa vier bis 2,7 Millionen Jahren in Ostafrika gelebt haben dürfte.

Berühmteste Vertreterin dieser Spezies ist die rund 110 Zentimeter große "Lucy", deren Knochen 1974 bei Hadar in Äthiopien geborgen wurden.

Größe und Abnutzungsgrad der Zähne lassen darauf schließen, dass sich die jüngst entdeckten Exemplare des Ardipithecus ramidus hauptsächlich von pflanzlicher Kost ernährten.

Sie lebten in einer Umwelt, in der Affen, Maulwurfratten und rinderähnliche, grasfressende Tiere vorkamen.

Von den früheren Funden ist bekannt, dass der Kopf des Ardipithecus ramidus direkt über der Wirbelsäule saß und nicht, wie bei Affen, weiter vorn. Das könnte diese Hominiden befähigt haben, aufrecht zu gehen, nicht auf allen Vieren.

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(sueddeutsche.de/AP)