Osteoporose Knochen in Gefahr

Viele ältere Menschen schlucken Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D oder Kalzium, um Knochenbrüchen bei einem Sturz vorzubeugen. Doch ihr Nutzen ist fragwürdig.

Kalzium- und Vitamin-D-Präparate senken bei älteren eigenständig lebenden Menschen offenbar nicht das Risiko von Knochenbrüchen bei einem Sturz. Das berichtet ein Forscherteam um Jia-Guo Zhao vom chinesischen Tianjin Hospital im Fachblatt Jama. Die Mediziner hatten in einer Metaanalyse 33 Studien aus den vergangenen zehn Jahren berücksichtigt. Sie umfassten Daten von insgesamt 51 000 überwiegend weiblichen Personen, die älter als 50 Jahre waren und in ihrer eigenen Wohnung lebten. Die Einzelstudien dauerten zwischen vier Monaten und sieben Jahren. Darin wurden einem Teil der Probanden Präparate mit Kalzium, Vitamin D oder beidem verabreicht, während eine Kontrollgruppe ein Placebo oder gar nichts erhielt. Es ergab sich kein statistisch relevanter Zusammenhang zwischen der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel und der Häufigkeit einer Fraktur des Beckens oder eines anderen Knochens. Dieses Ergebnis war unabhängig von der Dosierung, dem Geschlecht und der Kalziumaufnahme über die Nahrung.

Kalzium und Vitamin D könnten aber doch Bewohnern von Pflegeheimen helfen

Die neuen Ergebnisse stehen im Widerspruch zu einer früheren Untersuchung, die ergeben hatte dass Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zumindest das Knochenbruchrisiko von alten Menschen senkt, die in Pflegeeinrichtungen betreut werden. Wahrscheinlich haben diese Menschen generell ein höheres Osteoporoserisiko als gleichaltrige eigenständig lebende, vermutlich eher gesündere Personen, schreiben die Autoren der JAMA-Studie. Daher könnten für solche Menschen Kalzium- und Vitamin D-Präparate sehr wohl eine Schutzwirkung haben, die für andere nicht nachweisbar ist.

Viele Frauen erkranken nach den Wechseljahren an Osteoporose, einer Störung des Knochenstoffwechsels. Dabei verringert sich die Knochendichte, was die Anfälligkeit für Frakturen erhöht. Ältere Männer sind ebenfalls betroffen, wenn auch seltener. Insbesondere ein Bruch des Beckenknochens kann lebensbedrohliche Folgen haben. Kalzium- und Vitamin-D-Präparate sollen den Kalzium- und Phosphateinbau in das Knochengewebe fördern und so die Knochen festigen.