Österreich steigt aus Cern aus

Österreich steigt 2011 aus dem europäischen Forschungsprojekt CERN aus. Wie Wissenschaftsminister Johannes Hahn am Donnerstag bekanntgab, habe sich die Regierung wegen der knappen finanziellen Ressourcen gegen das Projekt entscheiden müssen, in das mit rund 20 Millionen Euro bisher etwa 70 Prozent der verfügbaren Mittel für internationale Forschungsprojekte geflossen seien. In dem Forschungszentrum CERN werden in riesigen Ringen kleinste Teilchen beschleunigt und aufeinander geschossen. Damit soll unter anderem der Urknall simuliert werden. Hahn sagte, dass der wissenschaftliche Wert des Projekts zwar unumstritten, die "Sichtbarkeit" kleiner Staaten und einzelner Wissenschaftler bei den riesigen Experimenten mit bis zu 2000 Teilnehmern aber "eher gering" sei. Österreichische Wissenschaftler reagierten auf die Nachricht "entsetzt", meldete die Nachrichtenagentur APA. "Mir tut es um jede Mitgliedschaft leid, die wir nicht aufrechterhalten können", begründete Hahn die Entscheidung. Man habe aber "zwischen Weitermachen und dem Verzicht auf Zukunftsperspektiven" abwägen müssen. Der Wiener Physiker Walter Thirring zeigte sich entsetzt. "Das ist eine Katastrophe, CERN ist ein Sinnbild dafür, dass Europa alle anderen Länder überflügeln kann, wenn es zusammenhält", sagte Thirring der APA. Der Physiker war seit der Gründung des CERN 1954 in verschiedenen Funktionen tätig, von 1968 bis 1971 war er Direktor des Forschungszentrums in Genf. dpa fu xx n1 ia