Ökologische Landwirtschaft Bio für die Welt?

Kann der Ökolandbau die Welt satt machen? Eine neue Studie bescheinigt der Biolandwirtschaft, effektiver zu sein als gedacht. Dennoch dürfte das Fazit der Forscher echten Bioverfechtern nicht sehr schmecken.

Die Zukunft der Ernährung steht auf dem Spiel, und seit Jahren streiten die Kontrahenten um eine Frage: Kann die Biolandwirtschaft eine wachsende Weltbevölkerung satt machen oder muss der Schwerpunkt zwingend auf konventionellen Anbaumethoden liegen?

Beim Obst unterscheiden sich die Ertragsraten der Biobauern kaum von denen der konventionellen Landwirtschaft.

(Foto: dpa)

Umweltwissenschaftler um Verena Seufert von der McGill University in Montreal, Kanada, geben im Fachmagazin Nature (online) dazu nun eine gut begründete Einschätzung: Der Beitrag der Biolandwirtschaft könnte künftig größer sein, als Kritiker glauben. Denn der Ertrag pro Fläche liege im ökologischen Landbau gar nicht so weit unter dem konventioneller Landwirte.

Das Kernargument der Biogegner lautet, dass diese Anbauart mehr Fläche für die gleiche Ernte verbrauche. Seufert und ihre Kollegen werteten zahlreiche Studien zu dieser Frage aus. Im Schnitt liegen die Erträge im Ökolandbau um ein Viertel niedriger als in der konventionellen Landwirtschaft. Doch die Differenzen fallen je nach Feldfrucht unterschiedlich aus: Bei Getreide sind die Unterschiede besonders groß, bei Leguminosen, Sojabohnen oder mehrjährigen Pflanzen wie Obstbäumen liegen die Ertragsraten hingegen eng beieinander.

Bei optimaler Bewirtschaftung liege der Ernterückstand im Biobereich sogar bei nur 13 Prozent. Der Ökobereich könne in Zukunft also einen wichtigen Beitrag leisten. Das Fazit der Wissenschaftler schmeckt echten Bioverfechtern hingegen mutmaßlich nicht: Sie plädieren für eine ideologisch entschlackte Landwirtschaft, die Vorteile beider Anbausysteme vereint.