Landminen-Spiel, Gen-Kanone und Dinosaurier: Im "Odysseum" in Köln sollen Kinder auf unterhaltsame Weise vom Spielen zum Wissen gelangen.
Langsam setzt der Junge seine Füße auf, tastet sich vorsichtig voran. Es sind gut vier Meter, die der etwa Zehnjährige zurücklegen muss über die 36 kleinen quadratischen Bodenplatten, die in diesem Gang verlegt wurden.
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Kein Faktenwissen: Im Astronautentrainer. (© Foto: ddp)
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Eigentlich ein Kinderspiel, doch der Junge bewegt sich ganz zögerlich. Ein Schritt links, zwei geradeaus, dann rechts; er wird schneller, hüpft fast über die Platten. Plötzlich gibt der Boden unter seinen Füßen nach, ein Piepton kündet von Unheil.
Der Junge flucht. Geschwind umkurvt er den Tunnel, wirft einen kurzen Blick auf die Graphik, auf der der richtige Weg eingezeichnet ist, und beginnt von vorn. Er ist genervt und fasziniert zugleich.
Für das Kind im neu eröffneten Kölner Science Adventure Center Odysseum ist es eine nette Spielerei, im wahren Leben aber ist es eine tödliche Bedrohung. Diese "Erlebnisstation 35" heißt nicht zufällig "Landminen-Spiel". Sie soll auf eine drängende Problematik hinweisen.
Neben dem Tunnel ist eine Tafel angebracht, in der das Problem angesprochen wird. "In vielen Gegenden ist schon Laufen gefährlich, weil im Krieg Landminen vergraben wurden", heißt es. "Nur wer weiß, wo die Minen liegen, kann sich dort sicher bewegen.
Das Beispiel Landminen zeigt besonders deutlich, wie wichtig es ist, Wissen für spätere Generationen zu bewahren." Der Junge wirft einen flüchtigen Blick drauf; dann wetzt er durch den Gang auf der Suche nach dem richtigen Weg über die 15 sicheren Platten.
Ist das die richtige Auseinandersetzung mit einem heiklen Thema? "Auch ein Störempfinden hat seine Wirkung", sagt Thomas Puy-Brill, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft SMG. Er weiß, dass es provoziert; nicht jedem wird der spielerische Umgang mit tödlichen Bedrohungen gefallen.
Aber er setzt darauf, dass die Besucher so überhaupt an ein Thema herangeführt werden, das ansonsten schnell aus ihrem Blick gerät. Dies ist die Grundlage des Konzepts.
Das Landminen-Spiel gehört zu den insgesamt rund 200 Erlebnisstationen aus den vier Themenbereichen Leben, Erde, Cyberspace und Mensch, in denen den Besuchern eine "einzigartige Mischung aus Wissensvermittlung und Erlebniswelt" begegnet, wie Puy-Brill findet.
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