Eine präzisere und differenzierte Diagnose gewinnt zunehmend an Bedeutung bei der Behandlung von Krankheiten. In seiner neuen Produktionsanlage in Penzberg stellt Roche Diagnostics nun Antikörper für diagnostische Tests her.

Die neue Anlage in Penzberg wurde nun vom Unternehmen gemeinsam mit Erwin Huber, dem Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie in Bayern, eingeweiht.

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Dr. Jürgen Schwiezer Vorsitzender der Geschäftsführung Roche Diagnostics, Staatsminister Erwin Huber und Dr. Severin Schwan, CEO Division Roche Diagnostics Basel und Mitglied der Konzernleitung vor der Anlage zur Produktion von diagnostischen Antikörpern. (© Foto: Roche Diagnostics)

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In dem neuen Gebäude produzieren 40 Mitarbeitende monoklonale Antikörper für diagnostische Tests, 30 Stellen davon wurden neu geschaffen.

In dem Gebäude sind auf insgesamt fünf Ebenen Labors, Zellfermentation, Ernteanlagen, die Proteinaufreinigung sowie die technische Versorgung untergebracht. Die Labor- und Produktionsflächen betragen 4.265 qm. Für das 31 Millionen Euro teure Gebäude starteten die Baumaßnahmen im August 2004.

Eine präzisere und differenzierte Diagnose gewinnt zunehmend an Bedeutung bei der Behandlung von Krankheiten. Die Ergebnisse eines Tests müssen nicht nur immer schneller und genauer, sondern auch möglichst früh vorliegen. Das spart Kosten bei der Behandlung - eine zu spät erkannte Krankheit und ihre Folgen sind teurer zu therapieren.

"Moderne diagnostische Tests zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten sind wichtige Elemente für Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Nur rund zwei Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland fallen auf die Labordiagnostik. Im Gegenzug ist sie aber die Grundlage für zwei Drittel aller medizinischen Entscheidungen", so Dr. Jürgen Schwiezer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Roche Diagnostics.

Anpassung an Marktanforderung

Monoklonale Antikörper bilden die Grundlage einer Reihe von Immuntests, die Roche Diagnostics anbietet. Die Produktionskapazität wurde jetzt den gestiegenen Marktanforderungen angepasst.

"Schon Anfang der 80er Jahre wurden hier in Penzberg die ersten Immuntests hergestellt. Inzwischen stellen wir uns einer immer anspruchsvolleren medizinischen Versorgung und einem komplexeren Gesundheitsmarkt. Wir helfen dabei, innovative Lösungen voranzutreiben, " erläutert Dr. Severin Schwan, CEO Division Roche Diagnostics.

Mit diagnostischen Antikörpern lassen sich zum Beispiel Infektionen mit HCV (Hepatitis C)oder HIV (Aids) sogar noch vor dem Krankheitsausbruch feststellen, das heißt präventive Maßnahmen können frühzeitig ergriffen werden. Auch eine Herzinsuffizienz oder bestimmte Krebserkrankungen können mit Antikörpern nachgewiesen werden. Zudem lässt sich bei laufender Therapie mit den Tests auf Basis von Antikörpern feststellen, ob eine Behandlung erfolgreich verläuft oder angepasst werden sollte.

Die Y-förmigen Antikörper gehören zu den Hauptwaffen des körpereigenen Abwehrsystems und erkennen spezifisch, was der Körper als feindlich einstuft. Diese Fähigkeit nutzt die Immundiagnostik. Eingebunden in komplexe Reaktionsmechanismen senden sie messbare Signale an die analytischen Gerätesysteme der medizinischen Labors und liefern die Grundlage für die Entscheidung des behandelnden Arztes.

Diagnostische Antikörper werden bei Roche in Penzberg für den weltweiten Bedarf im Kilogramm-Maßstab hergestellt. Zum Vergleich: Ein einzelner Test enthält nur etwa ein Mikrogramm davon.

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(innovate Mai 06)