Von den Gas- und Staubteilchen, die die US-Sonde aufnehmen soll, versprechen sich NASA-Wissenschaftler Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat am Mittwoch von Weltraumzentrum Cap Canaveral in Florida die Sonde "Genesis" ins All gestartet.

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Start der Delta II-Rakete mit der Genesis-Sonde an Bord (© )

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Der Satellit soll Proben des so genannten Sonnenwindes in rund 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde nehmen - Teilchen wie Gas und Staub, die von der Oberfläche der Sonne ins Weltall geschleudert werden.

Aus diesem Material, so vermuten die Forscher, wurde vor 4,6 Milliarden Jahren das Sonnensystem vor geschaffen.

Die "Genesis"-Mission soll nun neue Erkenntnisse über diese Vorgänge bringen.

1,5 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde

In der Erdumlaufbahn können die Teilchen wegen der abschirmenden Wirkung des Erdmagnetfeldes nur schwer eingefangen werden.

Deswegen muss die "Genesis" zum etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten "Lagrange-Punkt" fliegen, wo sich das Schwerefeld der Erde und das der Sonne gegeneinander aufheben.

Die rund eine Tonne schwere Sonde mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern soll dann ihre Sammelanlage ausklappen. Der "Solar Wind Collector" enthält dünne, sechseckige Silikonplättchen, zwischen denen die Partikel des Sonnenwindes zur Erde zurückgebracht werden sollen.

Zehn bis 20 Mikrogramm Teilchen

Nach einer Reise über 32 Millionen Kilometer soll die Sonde 2004 mit ihrer wertvollen Ladung - etwa zehn bis 20 Mikrogramm winzig kleiner, elektrisch geladener Teilchen - zur Erde zurückkehren.

Auch die Heimkehr der "Genesis" wird spektakulär sein. Die mit einem Fallschirm durch die Erdatmosphäre segelnde Sonde soll in einer Hollywood-reifen Aktion von einem Hubschrauber eingefangen werden.

Damit soll verhindert werden, dass die ebenso wertvollen wie empfindlichen Proben des Sonnenwindes bei einem Aufprall auf der Erde verunreinigt werden

Eines der ehrgeizigsten NASA-Projekte

Das 209 Millionen Dollar (rund 240 Millionen Euro/470 Millionen Mark) teure Unternehmen gilt als eines der ehrgeizigsten Projekte der US-Weltraumbehörde der vergangenen Jahre.

Aufgrund schlechten Wetters und technischer Schwierigkeiten hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA den Start letzte Woche fünf Mal verschoben.

Bei einem Erfolg wäre es das erste Mal seit den "Apollo"-Mondlandungen, dass die NASA Proben aus dem Weltraum zur Erde bringt. Während der Mondlandungen in den Jahren 1969 bis 1972 waren hunderte Kilogramm Gesteinsbrocken zur Erde gebracht worden.

Quelle: AFP, dpa, AP

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