Obwohl Verbraucherschützer immer wieder auf die ungeklärten Risiken von Nanopartikel hinweisen, sind entsprechende Produkte bislang kaum reguliert. Damit das so bleibt, versuchen Industrie-Verbände politische Beschlüsse zu blockieren.
Der Gegenstand der umstrittenen Regulierung ist klein, aber profitträchtig. Produkte mit dem Zusatz "Nano" enthalten herkömmliche Chemikalien, die durch ihre winzige Größe vollkommen neue Wirkung entfalten können - im Guten wie im Schlechten.
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Nanotechnologie-Labor der University of Michigan in Ann Arbor, USA. "Der Verbraucher darf nicht die ungeklärten Risiken der Nanopartikel tragen", sagt Sylvia Maurer vom europäischen Verbraucherschutzverband Beuc. (© AP)
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Sie wehren gerucherzeugende Bakterien in T-Shirts ab, machen Tennisschläger stärker und lassen Schmutz von Lackschichten abperlen. Aber sie sind womöglich auch auf eine bisher unbekannte Art toxisch, warnen Experten. Deswegen geraten nun die Hersteller der Produkte einerseits sowie Verbraucherschützer und Politiker andererseits in Konflikt.
Schon im April 2009 forderte das Europäische Parlament eigene Sicherheitsvorschriften für Nanomaterialien im EU-Chemikalienrecht. "Der Verbraucher darf nicht die ungeklärten Risiken der Nanopartikel tragen", sagt Sylvia Maurer vom europäischen Verbraucherschutzverband Beuc. Jüngst verlangte auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ein Nanoproduktregister.
Die Industrie zeigt sich vordergründig offen für diese Risikodebatte und mahnt lediglich einen sachlichen Diskurs an. Doch hinter den Kulissen ignoriert sie wissenschaftliche Ergebnisse, um ihre Interessen zu wahren. Ein bevorzugtes Mittel dabei scheint zu sein, Beschlüsse zu blockieren.
Zwar lehnt der Verband der deutschen chemischen Industrie ein Nanoproduktregister und neue Gesetze ab, verschließt sich jedoch einer Regulierung nicht ganz: Er diskutiere mit deutschen und europäischen Behörden über eventuell erforderliche Präzisierungen bestehender Vorschriften. Auch der Verband der europäischen chemischen Industrie inszeniert sich als Unterstützer einer "angemessenen" Regulierung: hierfür wolle er eine fundierte wissenschaftliche Grundlage erarbeiten.
Trotz solcher Versprechen steckt die Regulierung der Nanotechnologie in den Startlöchern fest. Es fehlt schon die Grundlage, eine rechtlich verbindliche Definition des Begriffs "Nanomaterial".
Zwar gibt es einen Konsens darüber, dass "Nano" Partikel meint, die in mindestens einer der drei Raumrichtungen weniger als 100 Nanometer (Millionstel Millimeter) messen. Doch über die Frage, welcher Anteil von Nanopartikeln ein Nanoprodukt ausmacht, ist Streit entbrannt.
Im Kern geht es darum, ob die Nanopartikel gezählt oder gewogen werden sollen. Bei der Herstellung der Produkte entstehen schließlich Teilchen unterschiedlicher Größe.
Die EU-Kommission möchte, dass in Nanoprodukten ein bestimmter Anteil an der Zahl aller Partikel unter 100 Nanometer liegen muss. Sie folgt damit der Empfehlung ihres wissenschaftlichen Ausschusses "Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken" (SCENIHR). Industrieverbände fordern ein anderes Kriterium: Der Anteil an der Masse der Partikel müsse eine bestimmte Grenze überschreiten.
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Nanopartikel sind sehr bedenklich. Wir wissen noch nicht viel über diese Partikel und es ist auch nicht so gewünscht, das es zu negativen Berichten kommt.
http://archiv.uni-saarland.de/mediadb/fotos/universitaet/Veroffentlichungen/campus/2006/1/14-15.pdf
http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2009/2009-51/2009-51-225.PDF
http://www.asu-arbeitsmedizin.com/ASU-2007-1/Synthetische-Nanopartikel-am-Arbeitsplatz-und-in-der-Umwelt,QUlEPTIwMTIwNSZNSUQ9MzAwMTA.html
http://www.ihk-koeln.de/upload/Nanoskalige_Partikel_Thomas_Kraus_11693.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Nanotechnologie#Risiken_und_Gefahren
es muss heissen < 100nm!!
@Denkfehler:
Ach wissen Sie, was sich heutzutage so alles "Experte" nennt..
Natürlich wird Titandioxid und Zinkoxyd für Sonnenschutz verwendet. Doch nicht alle verwenden Partikel im Nanobereich (< 10nm).
Ihre pauschale Aussage ist also schon einmal Unsinn.
Es bleibt die Frage: gibt es neutrale Langzeitstudien, die diesen Partikeln Ungefährlichkeit bescheinigen? ja? Wo?
Sorry Herr Wondrazil,
spätestens nach der kruden Argumentation steige ich aus der Diskussion aus. Das ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Schlimm nur, dass es wahrscheinlich noch Menschen gibt, die das was Sie da von sich geben, ernst nehmen.
Sorry, ernsthafter und ernstzunehmender Diskurs sieht anders aus ...
Paging