Aus der musikalische Traum und die Hoffnung vieler Eltern: Eine Meta-Studie kommt zum Schluss, dass das Hören klassischer Musik den Intelligenzquotienten gar nicht, aktives Musizieren nur geringfügig erhöht.
Der sogenannte "Mozart-Effekt", wonach das Hören klassischer Musik die intellektuelle Leistungsfähigkeit dauerhaft steigert, existiert offenbar doch nicht. Zu diesem Schluss kommen neun Neurobiologen und Psychologen in einer Untersuchung, die am Dienstag vom Bundesbildungsministerium veröffentlicht wurde. Die Forscher hatten zahlreiche Studien ausgewertet und konnten nicht bestätigen, dass Musik hören den Intelligenzquotienten dauerhaft erhöht.
Bild vergrößern
Positive Wirkung für das Sozialverhalten, aber nicht die Intelligenz: Musikalische Erziehung. (© Foto: AP)
Anzeige
Kurzfristig kommt es nach dem Hören von Musik zu einer Leistungssteigerung. Diese halte aber nur 30 Minuten lang an und sei den Spezialisten zufolge nicht auf eine Erhöhung einzelner kognitiver Fähigkeiten oder der allgemeinen Intelligenz zurückzuführen. Vielmehr würde jede Art von Musik, die Freude macht, genauso wie auch alle anderen angenehmen Reize die Stimmung heben und damit die Leistungsbereitschaft kurzfristig fördern. Aus Sicht der Neurowissenschaft gäbe es auch keine Belege dafür, dass das Hören von Musik das Wachstum von Nervenzellen im Gehirn anrege.
Aktives Musizieren führt hingegen zu Veränderungen des zentralen Nervensystems. So sind etwa die Handregionen in der Hirnrinde von Berufsmusikern durch langjähriges Üben der Feinmotorik vergrößert. "Welche Auswirkungen diese neuronalen Veränderungen haben, ist aber ungeklärt", sagt Eckart Altenmüller, einer der Studienautoren und Musikphysiologe an der Hochschule für Musik in Hannover.
Die Intelligenz beeinflusst Musizieren jedoch nur minimal, so Altenmüller: "Die Befunde hinsichtlich einer positiven Auswirkung des Musizierens auf andere kognitive Fähigkeiten sind enttäuschend." Es wurden zwar Zuwächse beim Intelligenzquotienten entdeckt, die jedoch sehr gering sind: "Drei bis vier IQ-Punkte lassen sich durch regelmäßiges Üben hinzugewinnen, was aber in keiner Relation zum Aufwand steht."
Auch wenn das Musizieren offenbar kein einfacher Weg zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten ist, sei das kein Argument gegen die Bedeutung der Musikerziehung, heißt es aus dem Bildungsministerium. Der Nutzen des Musikunterrichts läge auch in der Förderung emotionaler Kompetenzen. "Musizieren wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen aus", so Altenmüller.
(SZ vom 11.04.2007)
Griechenland in der Schuldenkrise
Pflanzen wachsen besser bei Mozartmusik?
Kühe geben mehr Milch?
Na ja, auch wenn wir nun doch keinen IQ Zuwachs beim musizieren zu erwarten haben, so hat das Erlernen des Instrument zumindest den Vorteil, dass wir das Üben und Durchhalten bis zu einer akzepablen Leistung erfahren. Das ist doch schon was, oder?
Und: Muss Musik unbedingt (zweckbebunden) zu höherer Intelligenz führen, oder darf man an Musik vor allem und zuerst einmal NUR Freude haben?
Wieso wird eigentlich in nahezu allen Artikelkommentaren alles nur auf Rechtschreibung und Sachlichkeit hin geprüft? In fast jedem mit Kommentaren versehenen Artikel wird über Rechtschreibfehler im Artikel oder in den Kommentaren hergezogen, oder der Inhalt des Artikels als zu seicht abgestempelt. Ich lese durchaus gerne auch mal etwas kurzweiliges in der Zeitung. Und Rechtschreibfehler passieren eben. Soll sich doch jeder, der nur auf Sachlichkeit und korrekte Schreibweise bedacht ist das Telefonbuch als Lektüre zu Gemüte führen.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Ich komme aus einer kinderreichen Familie, in der alle ein Instrument gespielt haben.
Das Ganze war Hobby (Hausmusik, Streichquartett, Klaviertrio).
Aber es gibt schon einen Zusammenhang zwischen Kunst und Wissenschaft:
Max Planck spielte ausgezeichnet Klavier.
Albert Einstein spielte Geige, das ist bekannt.
Albert Schweitzer war ein sehr guter Organist und Musikwissenschaftler, außerdem Urwalddoktor und Theologe.
Viele Schriftsteller waren Juristen oder Ärzte; auch Maler sind darunter.
Ich denke schon, daß Musik das soziale Zusammenleben fördert und das Kind irgendwie bereichert. Man muss aber aktiv Musik betreiben. Im übrigen - auch Blockflöte und Akkordeon sind keine Kinderinstrumente, sondern wollen richtig gelernt sein - es gibt schwierige Stücke für die Instrumente, das gilt auch für Mandoline oder Zither.
als mensch der seit seinem 7. Lj. Musik macht, seit mehreren Jahren unterrichtet, komponiert und das fach studiert hat, möchte ich auf letztere sache aufmerksam machen, die nicht den lern- und übeprozess betrifft. schwer genung, dass auch unabhängig von intelligenz und begabung verschiedene ergebnisse (Leistung?, Motorik, Konzentration) erreicht werden können, existiert eine komplexe kommunikation über/durch musik im sozialen bereich, gem. und individuelle sinnes- bzw. leibeserfahrung usw. das den kindern von heute ein zugang zu kulturellen dingen jenseits der heutigen B's ermöglicht wird, sollte nicht von 4 iq punkten abhängen...
Paging