Museum in Manchester Ägyptische Statue dreht sich auf geheimnisvolle Weise

Im Manchester Museum dreht sich eine ägyptische Statue ohne menschliches Zutun, wie Forscher versichern. Ein Zeitraffer-Video dokumentiert die Bewegung. Wird die Kino-Fiktion "Nachts im Museum" in Großbritannien Realität? Oder hat das Phänomen einen ganz banalen Grund?

Wenn es dunkel wird im Museum of Natural History von New York, erwachen die Exponate zum Leben. Ein Tyrannosaurus Rex streift durch die Räume und ein Steinzeitmensch bricht aus. Schuld daran ist eine magische Tafel des Pharaos Ahkmenrah, die den Nachtwächterjob von Larry Daley zu einem Abenteuer macht.

Was als Fiktion in der Kinoreihe Nachts im Museum Millionen von Kinofans begeisterte, könnte im britischen Manchester Realität sein - wenn auch in einer etwas weniger spektakuläreren Version. Wie die Manchester Evening News berichten, soll sich im städtischen Museum eine ägyptische Statue ohne Zutun um 180 Grad drehen.

Spuk, wissenschaftlich erklärbar - oder doch nur ein PR-Gag? Darüber wird derzeit gestritten. Fakt ist, dass die etwa 25 Zentimeter große Statue von Neb-Sanu aus dem Jahr 1800 vor Christus ein Eigenleben führt, das sogar per Zeitraffer-Video dokumentiert ist. Der Film, den das Museum in seinem Blog veröffentlicht hat, zeigt, wie sich die Statue (dunkel - im Hintergrund) mit der Zeit im Kreis dreht - allerdings nur tagsüber. Nachts steht Neb-Sabu (anders als die Exponate im Kinofilm) still.

Der Ägyptologe Campbell Price ist sicher, dass ein alter Fluch die Statue beherrscht. "Es ist verrückt. Die Statue steht in einer Vitrine und ich bin der einzige, der den Schlüssel dazu hat", sagte der Forscher den Manchester Evening News. Dass sich die Statue dreht, sei mit bloßem Auge nicht erkennbar. Deshalb habe er - zum Beweis - eine Videokamera aufgestellt, um die Bewegungen von Neb-Sabu auf Film festzuhalten.

Price glaubt auch, das Phänomen erklären zu können. Die Statue sei einer Mumie als Grabgabe beigefügt gewesen. "Wenn die Mumie zerstört wird, kann es sein, dass der Geist des Toten in die Statue überspringt", mutmaßt der 29 Jahre alte Wissenschaftler. Dieser könne die Figur in Bewegung versetzen.

Es gibt allerdings auch andere Erklärungen als Prices wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinte Fluch-Theorie. Brian Cox, Physiker an der Universität Manchester, vermutet, dass die Drehung eine ganz andere Ursache hat. Zwischen den Oberflächen der steinernen Figur und der Glasvitrine könnten durch die Schritte der Besucher oder den Autoverkehr draußen feine Vibrationen entstehen, die den Dreh-Effekt verursachen, glaubt der Forscher.

Doch Ägyptologe Price lässt sich nicht beirren: "Die Figur steht seit acht Jahren hier und hat sich bislang nie bewegt", sagt der Forscher. "Und selbst wenn: Warum sollte sie sich in einem so perfekten Kreis drehen?" Eines stellt Price auf Twitter klar: Er selbst habe nicht nachgeholfen: