Müll in der Nahrung von Meeresschildkröten Plastik statt Quallen

Häufig ist die grüne Meeresschildkröte nicht nur von klarem Wasser, sondern auch von Müll umgeben.

(Foto: REUTERS)

Schildkröten leiden zunehmend unter der Vermüllung der Meere. Vor allem Plastik-Abfälle können für die Tiere tödlich sein, wenn sie den Unrat gemeinsam mit der Nahrung fressen. Sechs der insgesamt sieben Meeresschildkrötenarten sind inzwischen vom Aussterben bedroht.

Die vom Aussterben bedrohte grüne Meeresschildkröte frisst mehr Müll denn je. Dabei können vor allem Plastikabfälle für die Tiere tödlich sein.

Der Studie eines Teams um Qamar Schuyler von der University of Queensland zufolge nehmen sechs der insgesamt sieben Meeresschildkrötenarten inzwischen mit der Nahrung auch Müll zu sich (Conservation Biology, online).

Alle sechs Arten gelten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung bei der grünen Meeresschildkröte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Müll schlucke, habe sich in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt, sagte Studienleiter Schuyler.

"Gerade sie scheint sehr viel mehr Abfall zu fressen als früher." Die grüne Meeresschildkröte, auch Suppenschildkröte genannt, kann bis zu eineinhalb Metern groß und 80 Jahre alt werden. Auch die Lederschildkröte nehme heute deutlich mehr Müll auf als früher.

Für beide Arten machten die Forscher Plastik als den Hauptbestandteil des gefressenen Abfalls aus. Auch Reste von Seilen, Fischerei-Zubehör wie Schnüre, Netze und Haken werden den Schildkröten häufig zum Verhängnis.

Lösung des Problems nur bei weniger Müll im Meer

Das Team um Schuyler hatte 37 Studien aus den Jahren 1985 bis 2012 sowie Aufzeichnungen von 1900 bis 2011 ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Schildkröte Müll frisst, offenbar nicht nur je nach der Müllmenge im jeweiligen Lebensraum variiert.

Möglicherweise verwechselten manche Tiere Weichplastik-Teile mit Quallen, die bei einigen Arten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sind. Lösen lasse sich das Problem nur, so mahnen die Forscher, wenn insgesamt weniger Müll und vor allem weniger Plastik im Meer lande.