Die "Operationssäle der Zukunft" zeichnen sich dadurch aus, dass die Eingriffe auch außerhalb des Krankenhauses live zu verfolgen sind. Wir dokumentieren dies mit einer OP-Liveübertragung aus der Uni-Klinik Regensburg.
Den Einsatz modernster Technik in der Medizin wünschen sich sowohl Patienten als auch Ärzte. Schließlich soll der Fortschritt unserer Gesundheit zugute kommen.
Der BrainLAB-Navigations-Operationssaal der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach. (© Foto: Uni Regensburg)
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Mediziner der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach wollen der Öffentlichkeit nun ihren "Operationssaal der Zukunft" vorführen, indem sie einen chirurgischen Eingriff live übertragen lassen.
sueddeutsche.de bietet hier die Möglichkeit, eine solche Operation zu verfolgen. (Der Stream wird über den Windows Mediaplayer wiedergegeben. In einigen Fällen ist es notwendig, einen kostenlosen Codec herunterzuladen und zu installieren.)
Fast jede vierte Frau und jeder fünfte Mann über 65 Jahren leidet in Deutschland unter Verschleißerscheinungen am Kniegelenk, einer sogenannten Kniearthrose. Mehr als 100.000 Patienten erhalten in Deutschland deshalb inzwischen ein künstliches Kniegelenk.
Das klingt nach Routine. Doch nicht immer sind die Patienten nach der Operation ohne Beschwerden. Eine Ursache ist, dass auch trotz sorgfältiger Planung eines Eingriffes die individuellen anatomischen Bedingungen manchmal nicht vollständig geklärt werden können, an denen sich die Chirurgen orientieren.
Mediziner der Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach und des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) sind überzeugt, dass sich dies mit Hilfe einer neuen Technik ändern lässt.
Sie setzen auf "Operationssäle der Zukunft", in denen sie mit Hilfe einer Navigationstechnik auf der Grundlage moderner bildgebender Verfahren die Eingriffe präziser planen und während der Operation besser kontrollieren können. Internationale Studien hätten die Überlegenheit der navigierten OP gezeigt, erklärte Joachim Grifka von der Orthopädischen Uniklinik Regensburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie.
Darstellung in Echtzeit
Die Ärzte nutzen dabei eine Kombination aus bildgebenden Verfahren wie Computer- und Kernspintomographie und Röntgengeräten, deren Aufnahmen zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt und digital auf Bildschirmen und Deckengeräten gezeigt werden.
Die Darstellung des Knies in Echtzeit soll es dem Chirurgen ermöglichen, den Eingriff besser zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Dazu kommen eine moderne OP-Technik, verbesserte Möglichkeiten, sich mit Experten außerhalb des Raumes auszutauschen, ein schneller Zugriff auf Patientendaten und die Möglichkeit, Operationen live zu übertragen.
Nach Angaben der Ärzte haben sich die neuen Operationssäle, die in Berlin seit Mai 2007 und in Bad Abbach seit Anfang 2008 im Einsatz sind, bereits bewährt. So wurde zum Beispiel bei 96 Prozent der Patienten die Idealposition von Knieprothesen erreicht, während es mit konventionellen Eingriffen etwa 78 Prozent sind, informierte Grifka.
Um die Möglichkeiten der Technik zu demonstrieren, hatten die Regensburger Chirurgen bereits im Januar einen Eingriff live in einen Hörsaal der Universität Regensburg sowie in das Zentrale Krankenhaus der Russischen Föderation in Moskau und von dort in zehn weitere Regionen des Landes übertragen. Doch die Möglichkeiten gehen darüber hinaus, wie der hier angebotene Live-Stream zeigt, der Ihnen die Videokonferenz der Mediziner und die Operation zeigen soll.
Zwar sind die "Operationsäle der Zukunft" teuer: Die Einrichtung der Räume ist mit jeweils etwa einer Millionen Euro deutlich teurer als konventionelle OPs. Die Mediziner aber sind sicher, dass sich die Investition lohnt. Immerhin können Patienten hier schneller operiert werden.
Das habe Vorteile für die Betroffenen, wie geringere Wartezeiten, was gerade in der Unfallchirurgie wichtig ist, erklärte Axel Ekkernkamp vom UKB. Aber auch die Ärzte und das übrige Personal könnten besser arbeiten. Das alles, so Grifka, "führt am Ende auch zu höherer Wirtschaftlichkeit".
sueddeutsche.de bietet einen Live-Stream einer Operation aus dem weltweit ersten BrainLAB-Navigations-Operationssaal der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach. Die Videokonferenz hat um 11.00 Uhr begonnen, die Operation, bei der eine Kniegelenkprothese eingesetzt wird, um kurz vor 12.00 Uhr.
Leser, die weitere Informationen suchen, können sich an die Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg wenden unter:
A.Litzenburger@Asklepios.com Tel. 09405-18-2455
(sueddeutsche.de/als)
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