Zusammen mit Microsoft erkundet die britische Firma Eleksen die Möglichkeiten der Elektronik in Kleidung schon weiter. Sie entwickelt Bedienungselemente für Computerzubehör und tragbare PCs. "Intelligente Textilien bieten Möglichkeiten, die Funktion von neuen ultra-mobilen Rechnern fördern", sagt Otto Berkes von Microsoft.
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Auch hochwertige elektrische Wohnzimmermöbel, zum Beispiel Fernsehsessel, mit herausklappbarer Fußstütze, könnten bald ähnliche Sensoren enthalten. "Bei einem edlen Sessel kann man auf eine unhandliche und unschöne Fernbedienung verzichten, wenn man die Steuerungselemente gleich in die Armlehne integriert", sagt der Siemens-Mitarbeiter Albrecht.
Die Automobilindustrie ist ebenfalls interessiert: drucksensitive Oberflächen könnten ein Alternative zum simplen Schalter sein. Dann müssten die Sensoren aber eine Hintergrundbeleuchtung bekommen, damit sie auch bei Nachtfahrten erkennbar sind. Im Kleinwagen Trepiùno, der 2007 auf den Markt kommen soll, verbaut der italienische Autokonzern Fiat heute bereits solche textilen Schalter.
Unterdessen tüfteln Ingenieure des Autoausstatters Johnson Controls in Burscheid an "intelligenten Autositzen", die sich automatisch der Körpergröße und Körperhaltung des jeweiligen Insassen anpassen. Die Lehne soll permanent dem Rücken anliegen und das Gefühl vermitteln, nicht auf dem, sondern "im Sitz" zu sitzen. Textile Sensoren sollen Körperform, Gewicht und Sitzposition bestimmen und auf gezielte Bewegungen der Passagiere die Polster verstellen. Solche Sitze könnten ab 2007 zur Sonderausstattung von Neufahrzeugen gehören.
Captain Kirk würde sich freuen
Doch auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern könnte die Sensortechnik benutzt werden, nimmt Uwe Albrecht von Siemens an. "Man kann messen, ob und wie oft sich ein Patient bewegt - und so kann man das Wundliegen reduzieren", sagt er.
Der Teppichhersteller Vorwerk in Hameln wiederum versucht, dem Bodenbelag zu mehr Grips zu verhelfen. Auf der Büromöbelmesse OrgaTec in Köln führte die Firma vor zwei Jahren vor, wie sich der Teppich der Zukunft zum "Thinking Carpet" (zum mitdenkenden Teppichboden) entwickelt. Bis zu 25 Sensoren pro Quadratmeter erlauben die Überwachung von Druck, Temperatur oder Vibration.
Damit könnten die intelligenten Stoffe als Bewegungs- oder Feuermelder dienen oder Klima- und Alarmanlagen steuern. Auf der Cebit 2006 stellte das Unternehmen dann ein Material vor, das unter gängige Bodenbeläge verlegt wird und Roboter mit Funksignalen steuern kann. "Wir sind davon überzeugt", sagt Rolf Schaal, Geschäftsführer von Vorwerk, "dass wir mit der Mikroelektronik in Teppichen ein Bedürfnis unserer Kunden befriedigen können."
Captain Kirk würde sich freuen: Viele dieser Produkte scheinen eher seiner Sciencefiction-Welt zu entstammen als dem heutigen Alltag. "Zumeist stehen Visionen am Anfang prägender Umwälzungen", sagt Siemens-Spezialist Albrecht. Aus dem Traum vom Fliegen ist inzwischen ja auch ein normales Verkehrsmittel geworden.
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(SZ vom 3.8.2006)
Demonstrationen in Hamburg