Während in Mainz Mobilfunkfrequenzen versteigert werden, kritisieren Bürgerinitiativen, die Gesundheitsrisiken der Strahlen seien nicht ausreichend untersucht.
Kaum haben in Mainz die Auktionen begonnen, melden sich Bürgerinitiativen gegen Mobilfunk zu Wort. Ohne vorher zu klären, ob die Strahlung die Gesundheit gefährde, erhalte der sogenannte LTE-Funk Frequenzbereiche, klagen sie.
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Forscher wissen schon viel über Mobilfunkstrahlung - aber abschließende Antworten auf die Frage nach den Risiken gibt es nicht. (© Foto: AP)
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"Erst Anwendung - dann Forschung: Dieses Prinzip ist unakzeptabel", wettert zum Beispiel die Organisation Diagnose-Funk. Der Erlös der Versteigerung müsse dazu dienen, die biologische Wirkung der Funkwellen zu erkunden, bevor die ersten neuen Antennen genehmigt werden, fordert die Initiative.
Wissenschaftler halten diese Forderung aber nicht für gerechtfertigt. "Im attraktivsten der neuen Frequenzbereiche, der schnelles Internet auf dem Land erlauben soll, wurde bis vor kurzem analoges Fernsehprogramm ausgestrahlt", sagt Alexander Lerchl von der Jacobs-Universität in Bremen, der der Strahlenschutzkommission angehört. "Die Exposition der Menschen wird sich nicht wesentlich ändern."
Außerdem wisse die Forschung viel über den angrenzenden Bereich der Handystrahlung, weil dort die Netze von T-Mobile und Vodafone liegen, sagt er.
Allerdings liefert die Forschung keine abschließenden Antworten. Nationale Aufsichtsbehörden fassen die Ergebnisse der zahlreichen Studien so zusammen, dass es zwar Hinweise auf, aber keine Beweise für Gefahren durch den Mobilfunk gebe.
Tatsächlich liegen alle Frequenzen, um die die Konzerne in Mainz pokern, in der Nähe anderer Bereiche des Mobilfunks. "Darum gibt es für die LTE-Bereiche keine besondere Wissenslücke", sagt Peter Neitzke, Leiter des Ecolog-Instituts in Hannover.
Anders als Lerchl sieht er aber "generell ein enormes Forschungsdefizit". Die Wissenschaft könne zum Beispiel nicht sagen, welchen Einfluss die Signalstruktur hat - ob die Daten also kontinuierlich oder gepulst übertragen werden.
Eines sei klar, sagt Neitzke. Statt weniger starker Fernsehsender werde es auf dem Land viele schwächere LTE-Antennen geben. "Die Belastung wird gleichmäßiger", sagt er. Darum beklagt die Partei ÖDP, mit der Neuvergabe der Frequenzen für LTE-Funk verspiele der Staat die Chance, die Grenzwerte für die Strahlenbelastung entscheidend zu senken.
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(SZ vom 13.04.2010/mcs)
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Menschen sind von der Natur (oder dem Schöpfer) extrem immun gegenüber elektromagnetischer Strahlung ausgestattet worden:
Ein Mensch kann in ein Feld von mehreren 100 oder 1000 V/m treten - ohne das Geringste mitzubekommen.
Bemerkenswert hierzu ist, daß dabei von den Elektro-Smog-Gläubigen die Existenz eines Wirkungsmechanismus für nichtthermische Phänomene als wahrscheinlich angenommen wird, obwohl der mit nicht mal 1:1000000000 der Reizschwelle ja unfaßbar klein und spezifisch empfindlich angesiedelt sein müßte (geradezu ein homöopathischer Mechanismus)
Die Zahlenwerte die sich hier gegenüber stehen, sind Leistungsdichten im mehrstelligen kW/m²-Bereich, die benötigt werden um bei Probanden nichtthermische Sinneswahrnehmungen oder Nervenreizungen auszulösen und Leistungsdichten im µW/m²-Bereich in der weiteren Umgebung von Funk-Masten die als ursächlich für Gesundheitsschäden dargestellt werden.
Die wahre Begründung für die befürchtete "Belastung" dürfte sogar der selbe Mechanismus sein, wie bei der Homöopathie - nämlich der Placebo-Effekt.
Während aber der starke Placebo-Effekt von homöopathischen Mitteln sehr postiv und begrüßenswert ist - ist der negative Placebo-Effekt der von solchen Angstkampagnen gegenüber Funktstrahlung erst generiert und ständig bestärkt wird, alles andere als erwünscht.
Das suggestive Herbeireden von Bedrohungen - ohne jeden Beleg - grenzt an Körperverletzung gegenüber den so beeinflußbaren Bevölkerungsgruppen. Diese erfahren ja tatsächlich eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität - ausgelöst von eingeredeten "Belastungen" und "Risiken"
Berechnungsmodelle und Info zur Strahlenexposition gibts hier:
http://4gang.wordpress.com/elektro-smog/
Viele Grüße
...auch hier wird zuerst angewendet und dann jetzt langsam immer mehr geforscht ob es auch risiken gibt. Aber hey, ein Nanoröhrchen was dieselben Dimensionen wie Asbest hat wirkt bestimmt physikalisch nicht so wie Asbest. Wie kommt man nur darauf?
Seitdem ich mal (es ging damals um einen Mobilfunkmast im Dorf meiner Eltern) den Flyer einer ÖDP-nahen Bürgerbewegung gelesen habe, auf dem eine Studie abgedruckt war, in der eine statistisch nicht signifikante Veränderung der Wiederkäufrequenz von Kühen als Hinweis für die Gefahren von Elektrosmog gewertet wurde, kann ich die ganze Debatte nicht mehr wirklich ernst nehmen.
Dieses Prinzip ist unakzeptabel.
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Und die Grammatik ist inakzeptabel.
Entgegen meiner jahrelang gepflegten Ansichten, muß ich inzwischen einsehen, daß die Forschung hier ausreichend weit gediehen ist, aber eben nicht angenommen wird.