Das Telefonieren mit dem Handy erhöht das Krebsrisiko für Erwachsene zwar nicht, sagt das Bundesamt für Strahlenschutz. Es fehlen jedoch Langzeitstudien zu möglichen Gefahren für Kinder.

Für Erwachsene birgt das Telefonieren mit dem Handy kein erhöhtes Krebsrisiko. Auch durch schnurlose Telefone oder eine Basisstation nach DECT-Standard in der Nähe des Bettes steigt das Risiko für Hirntumore offenbar nicht. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesamts für Strahlenschutz.

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Es fehlen Langzeitstudien zu den Folgen des Telefonierens mit dem Handy bei Kindern. (© Foto: dpa)

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Auch ein Zusammenhang zwischen den elektromagnetischen Feldern, die von den Geräten ausgehen, und Kopfschmerzen oder Schlafstörungen ("Elektrosensibilität") konnten die Experten nicht feststellen.

Deshalb, so erklärte das Bundesamt, seien die geltenden Grenzwerte ausreichend, um die Bevölkerung ausreichend vor den bekannten Gefahren der Mobilfunkstrahlung zu schützen.

Allerdings war das Forschungsprogramm lediglich auf sechs Jahre angelegt. Deshalb seien mögliche langfristige gesundheitliche Risiken nicht abschließend geklärt. Auch die Frage, ob das Gesundheitsrisiko über längere Zeit für Kinder höher als für Erwachsene sei, bleibt weiterhin unbeantwortet.

Deshalb seien weitere Studien über die Langzeitwirkungen solcher Geräte notwendig, insbesondere bei Kindern, die mit dem Handy großgeworden seien oder großwürden.

Die Unsicherheiten legten einen "vorsichtigen Umgang mit drahtlosen Kommunikationstechniken" nahe, heißt es in der Studie. Damit bestätigt das Amt seine bisherigen Aussagen zum Mobilfunk-Risiko.

"Dieses breit angelegte Forschungsprogramm hat bestehende Befürchtungen zu möglichen Gesundheitsgefahren des Mobilfunks, die es in Teilen der Bevölkerung gibt, nicht bestätigt", erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bei der Vorstellung der Studie.

"Wir werden aber trotzdem gezielt dort weiterforschen, wo wir noch Klärungsbedarf sehen. Das ist vor allem bei Kindern, die sehr empfindlich sind, der Fall und betrifft die Langzeitwirkungen bei Kindern und Erwachsenen."

Die Experten hatten in mehr als 50 Forschungsprojekten des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms seit 2002 biologische Auswirkungen der Nutzung von Handys und schnurlosen Telefonen analysiert.

Im Einzelfall wurden Veränderungen der Genaktivität beobachtet, also von Zellprozessen zur Umsetzung genetischer Programme. Das stelle die Gesamtbeurteilung aber nicht in Frage, hieß es.

Erst kürzlich hatten Handygegner einen Rückschlag erlitten, als bekanntgeworden war, dass wichtige Studien aus Österreich zu den Risiken der Handystrahlung für das Ergbut gefälscht waren.

Auf der anderen Seite hatten skandinavische Forscher in den vergangenen Jahren Hinweise darauf gefunden, dass das Risiko für Hirntumoren bei Menschen, die seit mindestens zehn Jahren intensiv Handys benutzt hatten, erhöht ist.

Erst vor zwei Tagen veröffentlichten 20 Fachleute um David Servan-Schreiber von der University of Pittsburgh einen Appell im französischen Magazin Le Journal du Dimanche, in dem sie fordern, Kindern unter zwölf Jahren das telefonieren mit dem Handy ganz zu verbieten. Zwar gebe es keinen abschließenden Beweis für die schädlichen Effekte. Doch allein das Risiko, so die Experten aus Frankreich, Italien, den Niederlanden und den USA, rechtfertige ein Verbot.

Der Streit um die möglichen Gefahren des Mobilfunks wird auch nach der neuen Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz nicht beendet sein.

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(dpa/mcs)