Meteorologie Ein Juli - besser als im Bilderbuch

Zum ersten Mal seit sieben Jahren war der Juli trockener, als anhand des langjährigen Mittelwertes zu erwarten war. Und mit viel Sonne und hohen Temperaturen hat er gezeigt: Er ist doch ein Hochsommermonat.

Von Christopher Schrader

In diesem Jahr hat der Juli seinen Ruf als Hochsommermonat wiederhergestellt. Zum ersten Mal seit sieben Jahren war der Monat trockener, als anhand des langjährigen Mittelwertes zu erwarten war, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach in seiner vorläufigen Bilanz ermittelt.

Statt 78 Millimeter Regen fielen im bundesweiten Durchschnitt nur 40 Millimeter (die eingängige Angabe der Regenmenge in Millimetern entspricht der offiziell verkündeten Einheit Liter pro Quadratmeter). Außerdem war der Juli mit 19,5 Grad Celsius um 2,6 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990; die Sonne schien 290, statt wie zu erwarten 209 Stunden.

Seit 1881 gab es fünf wärmere Julis, sie lagen alle zwischen 1983 und 2010. Sechsmal war es trockener, nur einmal sonniger, allerdings läuft diese letzte Statistik erst seit 1951. Die beiden Jahre, in denen der Juli in der Gesamtschau der meteorologischen Größen mit 2013 mithalten kann, liegen nicht lange zurück: Es sind 2006 und 2010.

Angesichts der Hitze, über die in der zweiten Julihälfte viele Menschen klagten, war Schleswig-Holstein das angenehmste Bundesland. Hier war es am kühlsten und trockensten. In List auf Sylt registrierte der DWD vom 1. bis zum 25. Juli keinen Regen.

Die höchste Durchschnittstemperatur wurden in Berlin gemessen (21,0 Grad), der meiste Sonnenschein in Bayern (310 Stunden), der meiste Regen in Baden-Württemberg (70 Millimeter). Am wenigsten Sonne bekamen die Menschen in Nordrhein-Westfalen ab, besonders im Ruhrgebiet. Die Region um Bochum registrierte nur 235 Stunden Sonnenschein.