Der am Seti-Institut tätige Petrus Jenniskens hatte bei seinem Fund viel bessere Voraussetzungen als Grau. Astronomen mit einem automatischen Teleskop in Arizona hatten am 6. Oktober 2008 einen anfliegenden Meteoriten entdeckt. Eine Bahnanalyse ergab, dass er 19 Stunden später in die Erdatmosphäre stürzen würde; eine Gefahr für Menschen gab es nicht. Tatsächlich raste der vier Meter dicke Gesteinsbrocken mit 45000 Kilometer pro Stunde über die nubische Wüste im Norden Sudans und explodierte in etwa 37 Kilometer Höhe.

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Die Experten waren sich einig, dass von ihm nichts übrig geblieben sein konnte. Jenniskens sah das anders. "Irgendwer musste etwas tun", sagt er. Ihn trieb vor allem ein Gedanke: Noch nie zuvor war es gelungen, einen Meteoriten während des Anfluges im Weltraum zu beobachten und in der Folge zu bergen. "Es war eine einzigartige Möglichkeit, einen Körper, den wir vorher im Weltraum beobachtet haben, ins Labor zu bringen."

Der Meteoritenforscher wertete alle verfügbaren Quellen aus und berechnete, wo Reste des Meteoriten heruntergekommen sein mussten. Mit Hilfe von Studenten der Universität von Khartum unter der Leitung von Muawia Shaddad wurde er tatsächlich fündig. Bei zwei Expeditionen im Dezember vergangenen Jahres fand die Gruppe in einem Wüstengelände, das etwa die Ausmaße von Berlin hat, 47 Meteoriten-Splitter mit einer Gesamtmasse von knapp vier Kilogramm. Sie gehören zur Kategorie der sogenannten Ureiliten und wurden nach ihrem Fundort Almaha Sitta genannt.

Jenniskens glaubt nun sogar zu wissen, woher die Stücke kommen. Nach herrschender Lehrmeinung entstehen diese Meteoriten nämlich beim Zusammenstoß zweier Asteroiden und werden in Richtung Erde geschleudert. Die schwarzen Steine von Almaha Sitta stammen demnach von einem 2,6 Kilometer großen Asteroiden mit der Bezeichnung 1998 KU2. Angespornt durch den Erfolg sagt Jenniskens: "Ich warte schon auf den nächsten Anruf, der die Ankunft eines Meteoriten ankündigt." Er will dann wieder eine Expedition ausrüsten - wenn Thomas Grau aus Brandenburg ihm nicht zuvorkommt.

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  1. Jäger der kosmischen Splitter
  2. Sie lesen jetzt Mit 45000 Kilometern pro Stunde Richtung Erde
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(SZ vom 26.03.2009/brei)