Ein Brocken mit 500 Metern Durchmesser ist auf dem Jupiter eingeschlagen. Das Ereignis verdeutlicht, wie verletzlich auch die Erde ist.
Ein dunkler Fleck auf dem Planeten Jupiter sorgt für Aufregung unter Astronomen. Offenbar ist in den vergangenen Tagen ein Asteroid oder ein Komet auf Jupiter geprallt und hat eine mächtige Narbe auf der gasförmigen Oberfläche des Planeten hinterlassen. Der mit Amateurfernrohren sichtbare schwarze Fleck hat etwa die Größe des pazifischen Ozeans. Experten schätzen, dass ein Brocken mit mindestens 500 Metern Durchmesser auf dem größten Planeten des Sonnensystems eingeschlagen ist.
Bild vergrößern
Der Einschlag ist oben links als dunkler Punkt zu sehen. (© Foto: dpa/Antony Wesley)
Anzeige
Als Erster hatte ein Amateurastronom aus Australien am Wochenende den rätselhaften Fleck auf der gasförmigen Hülle des Jupiters entdeckt. Nachdem er seine Beobachtung per Mail an Experten der Nasa geschickt hatte, schwenkten die Astronomen ein auf Infrarot-Licht spezialisiertes Teleskop auf Hawaii in Richtung Jupiter.
Auch dieses entdeckte die Veränderung auf dem Planeten, und nach sechs Stunden Beobachtungszeit war klar: Es handelt sich nicht um ein Wetterereignis, beispielsweise einen Wirbelsturm auf Jupiter. Der Fleck zeugt von einem größeren Himmelskörper, der auf Jupiter gestürzt ist. Astronomen sind fasziniert, doch verdeutlicht das Ereignis auch, wie verletzlich Planeten gegenüber den Gefahren des Weltraums sind.
Gasmassen aufgewirbelt
Auf Infrarot-Bildern konnte gezeigt werden, dass an der vermutlichen Kollisionsstelle erhitzte Gasmassen aufgewirbelt wurden, ein klares Anzeichen für einen kürzlich erfolgten Einschlag. Auch mit dem gewaltigen Keck-Teleskop auf Hawaii wird der neue Fleck auf Jupiter derzeit untersucht.
Das Ereignis weckt Erinnerungen an 1994, als die Splitter des Kometen Shoemaker-Levy9 auf spektakuläre Weise auf Jupiter einschlugen. Damals war die Kollision frühzeitig vorhergesagt worden, und Teleskope wie Fernsehanstalten in aller Welt hatten das planetare Schauspiel live verfolgt.
Doch was ist am vergangenen Wochenende auf Jupiter geprallt? "Keine Ahnung", sagt der Nasa-Astronom Glenn Orton. Sicher ist nur, dass der interplanetare Querschläger physikalisch vergleichbar ist mit den Splittern von Shoemaker-Levy9, die vor 15 Jahren auf Jupiter die Energie von 50 Millionen Hiroshima-Atombomben entluden.
Wabernde gasförmige Struktur von Jupiter
Diesmal war das Projektil vermutlich zwischen 500 und 1000 Meter dick und somit ähnlich groß wie der Meteorit, der vor gut 14 Millionen Jahren das Nördlinger Ries in Bayern geschaffen hat. Dass ein solcher Einschlag auf Jupiter eine wesentlich größere Narbe hinterlässt als den gut 22 Kilometer durchmessenden Krater bei Nördlingen, liegt an der wabernd gasförmigen Struktur Jupiters.
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahrzehnten ist Jupiter von einem schweren Einschlag getroffen worden. Das liegt nicht zuletzt an seiner enormen Masse. Der Planet ist 318-mal so schwer wie die Erde, und seine Gravitation wirkt wie ein Staubsauger, der vagabundierende Asteroiden und Kometen einfängt.
Es wird sogar spekuliert, dass ein schwerer Planet wie Jupiter notwendig ist, damit sich auf benachbarten Planeten Leben bilden kann - unbehelligt von kosmischen Irrläufern.
- Astronomie Suche nach der "Super Erde" 23.04.2009
- Astronomie Organische Moleküle auf Exo-Planeten entdeckt 20.03.2008
- Astronomie Nachbar mit drei Gürteln 28.10.2008
- Entdeckung im Sonnensystem "Im Wesentlichen ein Komet" 18.08.2008
- Der Sternenhimmel im Februar Mond mit majestätischen Maßen 02.02.2010
(SZ vom 23.07.2009/ cf)
Neue Nutzungsbedingungen
bin ein großer Fan von Lesch's Sendungen. Aber mehr als eine hohe Wahrscheinlichkeit billige ich der Staubsauger-Aussage nicht zu.
Um darüber hinaus zu kommen, hätten wir zwei gleiche Systeme (bis auf Jupiter) gebraucht und dann mal schauen müssen, was aus dem zweiten geworden wäre. Vielleicht hätt's ja ohne Jupiter viel zähere Lebewesen gegeben, die sich besser an regelmäßige Katastrophen angepasst hätten, und jetzt nicht solche Schisshasen wie wir sein müssten. ;-)
Außerdem habe ich leichte Probleme mit Astrophysikern, die mir einesteils sagen, es gäbe keine Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit, was nach gegenwärtigem Wissenstand wohl stimmt, aber andererseits von mir verlangen, an "dunkle Materie" und "dunkle Energie" zu glauben, weil nur damit ihre Rechenmodelle weiter stimmen!!!
Ich seh's so: Wir wissen Einiges, aber noch mehr wissen wir nicht und werden's vielleicht nie herausfinden. Aber ein interessantes Wissenschaftsfach ist es und wird mit verbesserten Beobachtungsmöglichkeiten immer interessanter!
Zu Jupiter, Erdenretter oder nicht, ich hab' den kleinen Dicken einfach gerne in meiner Nähe, denn ich hab' mich sooo an ihn gewöhnt. Und er sieht auch gut aus! ;-)
So ein Riese wie der Jupiter ist nur rein zufällig in der gegend wenn ein Gesteinsbrocken vorbeikommt - er erhöht nur die wahrscheinlichkeit das der Brocken nicht die Erde trifft, bzw. funktioniert wie ein Staubsauger der um seine Umlaufbahn reine macht.
Die Brocken die nicht in seine nähe kommen fängt er auch nicht.
Der Jupiter weiss nicht das er ablenken muss - ist alles nur eine frage der Wahrscheinlichkeiten...
Die Oortsche Wolke ist nur ein Asteriodengürtel in unserem Sonnensystem der sich im laufe der Jahrmillionen gebildet hat... dazu gibts noch nen haufen "freier" Asterioide und Planetoiden die unser Sonnensystem durchstreifen... aber auf die Größe der Erde gerechnet ist die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden sehr gering. Das wäre wie wenn einer von 10 Tropfen Wasser die über München runterfallen genau Dich treffen und der neben dir das vorhergesagt hat.
Der Jupiter begünstigt sicherlich die Lebenserhaltung auf der Erde (Staubsaugerfunktion) nur im Endeffekt beruhigt sich jedes System früher oder später - mit Riesenplaneten halt viel schneller weil diese Masse bündeln...
Ah, Jupiter hält also Asteroiden von der Erde ab. Hab ich schon mal gehört. Eine Sache verstehe ich da allerdings nicht.
- Jupiter umläuft die Sonne in knapp 800 Mio km Entfernung. Wie kann er ausgerechnet in dem Moment an der richtigen Stelle sein, wenn da ein Gesteinsbrocken daherkommt?
- Was ist mit Brocken die von oben oder unten auf die Sonnensystem Scheibe fallen, wie fängt er die?
- Wenn ein Brocken in den Bereich kommt in dem die Jupitergravitation wirkt, dann wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit nur abgelenkt, woher weis Jupiter in welche Richtung er ablenken muß?
- Ich dachte immer die Reihenfolge der Himmelskörper wär : Merkur, Venus, Erde, Mars, Asteroidengürtel, Jupiter, Saturn . Wie kann Jupiter die Asteroiden von der Erde abhalten, wenn sie sowieso innerhalb seiner Umlaufbahn sind?
Fragen über Fragen, vielleicht hab ich mich mit dem Thema ja zu wenig beschäftigt.
Wir haben *ein* System zur Beobachtung zur Verfügung und darin *einen* Durchlauf, bei dem Leben auf dem dritten Planeten entstanden ist.
Es ist schön und gut, dass die Gravitations- und Bewegungsgesetze gut verstanden und an allem, was sich beobachten läßt, bestätigt sind.
Es ist auch in Ordnung, dass sich das komplexe Vielkörpersystem Sonne-Planeten-Kleinobjekte gut simulieren läßt, mit dem Ergebnis, dass die Erde ohne die großen Planeten _mit_großer_Wahrscheinlichkeit_ (!) zu oft von Gestein getroffen würde, um Leben (nach unserer, sehr subjektiven und eingeschränkten Wahrnehmung) zu entwickeln.
Ein Experiment. Keine Wiederholung. Dazu Simulation. Wahrscheinlichkeiten. Gute Hinweise, in welchen Konstellationen es sich lohnt, nach Leben zu suchen.
Aber eine TATSACHE ist etwas anderes.
(In diesem Land gibt es ein Objekt, das auf einer Seite so aussieht, als wäre es ein schwarzes Schaf!)
Lass mich Raten, du hast das ganze schon in einem Experiment bewiesen? Seltsam nur, dass du wenn du so genial bist und DIE eine von zig milliarden Möglichkeiten bewiesen hast dafür keinen Nobelpreis bekommen hast...
Nur weil etwas sinnig erscheint muss es bei so komplexen konstellationen wie unserem sonnensystem + entstehung des lebens nicht unbdingt korrekt sein...
Paging