Die in Großbritannien genehmigten Gentechnik-Versuche bieten wissenschaftlich nichts Neues. Ihre Bedeutung muss daher vor allem in der ethischen Grenzverletzung gesehen werden.
Ein Mensch mit einem Rinderschädel wird nicht entstehen - und auch keine Kuh mit einem Menschenkopf. Die geplanten Experimente britischer Forscher werden keine neuen Fabelwesen hervorbringen, wie sie seit jeher aus Mythen und neuerdings auch aus den Laboren mancher Biotechnologen bekannt sind. Die Wissenschaftler wollen "lediglich" Stammzellen für die Forschung züchten und sich dazu verschiedener tierischer Keimzellen bedienen - und englische Behörden erlauben es ihnen.
Keine Sorge: Fabelwesen werden die Experimente der britischen Forscher nicht hervorbringen. Eine ethische Grenzverletzung stellen sie dennoch dar. (© Foto: oh)
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Zweierlei ist bemerkenswert. Zum einen: Immer diese Engländer! Das erste Retortenbaby, das erste Klonschaf, die erste künstliche Befruchtung, bei der die Zellen vorher einer Qualitätsprüfung unterzogen wurden. Es scheint, als ob das Volk der Seefahrer und Eroberer bei jeder biotechnologischen Grenzüberschreitung vorn mit dabei sein muss und alten Entdeckermut reaktiviert.
Es ist jedoch wohl auch die utilitaristische Haltung vieler Briten, die eine Mehrheit der dortigen Bevölkerung den Mensch-Tier-Versuchen zustimmen lässt: Die Experimente könnten mal medizinisch nützlich werden, die Forschung dürfe nicht zurückfallen - die übliche Akzeptanz-Rhetorik, die jedoch aus lauter ungedeckten Wechseln auf die Zukunft besteht.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Versuche wissenschaftlich nichts Neues bieten. Experten bezeichnen sie gar als unzeitgemäß. Ihre Bedeutung muss daher vor allem in der ethischen Grenzverletzung gesehen werden. Womöglich soll die Bevölkerung an derart hybride Experimente gewöhnt werden, soll abstumpfen gegenüber den Ungeheuerlichkeiten aus dem Labor. Dann ist die Empörung nicht so groß, wenn die nächste ethische Grenze eingerissen wird.
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(SZ vom 6.9.2007)
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diese Biodesigner.
Im sportlichen Bereich: Kreuzung Mensch/Delphin ergibt prächtige Schwimm-Meister; Mensch/Frosch " Weit- und Hochspringer; die Kreuzung mit Seelöwen wird spitzenmäßige Ballspieler hervorbringen, usw. Doch sollte immer noch ein kleiner Kopf bleiben, damit die Medaillen angehängt werden können.
Sorge bereitet aber schon heute der Gedanke an das Kreuzen mit Kängurus der Kinderwagen-Industrie.
Mensch-Rind-Mischwesen begegnet man leider immer wieder, auch ganz ohne Gentechnik.
meer! natürlich.
ich bin kein microbiologe und kein stammzellenforscher, kann also zur sache nicht viel sagen. mir ging auch gleih die vorstellung von schimären(mischwesen: tier/mensch) durch den kopf. der kommentar ist natürlich einseitig! null informativ, und englandfeindlich!?
die engländer mussten schon immer etwas weiter raus aufs mehr, um neues land zu entdecken.
vielleicht liegt es in ihren genen die grenzen weiter draussen zu suchen.
Wissenschaftler interessieren sich nicht für "Medizinische Nützlichkeit", sonder dafür, ob Experimente ihrer Karriere nützen. Die Plattitüde mit "möglichen medizinischen Anwendungen" steht am Ende jeder schlechten Publikation und am Beginn jeder unsinnigen Arbeit, für die man Zustimmung oder Gelder benötigt. Sie wird einfach so oft wiederholt, bis man sie nicht mehr hören kann und nur noch abnickt. Das ist ganz ähnlich wie mit dem "Terrorismus-Reflex", der für beliebige Verschärfungen von überwachungsmaßnahmen in der Inneren Sicherheit herhalten muss.
Die Vorstellung, dass die Bevölkerung sich aufklären lässt und dann Beurteilen kann, was dort eigentlich zusammengekocht wird, geht an der Realität vorbei. Aber nicht deswegen, weil die Menschen zu blöd wären um die Zusammenhänge zu verstehen, wenn man sie ihnen erklärt, sondern weil man nur schwer vermitteln kann, um welche Charaktere es sich bei den Menschen in der "Wissenschaftsgemeinschaft" handelt, und von welchen Motiven Sie getrieben werden. Bei öffentlichen Veranstaltungen und Diskussionen sieht und hört man nur eine schöne Fassade, die sich und andere mit Versprechen auf medizinischem Fortschritt, Heilung von Krankheiten und neuen Medikamenten belügt. Dahinter liegt die Forschungsrealität, in dem nur eines zählt: Die nächste Publikation, der nächste Kongress, die eigene Karriere und ganz viel Eitelkeit. Ethische und moralische Bedenken existieren dort nicht.
Hinter der idealisierten Fassade, mit der Grundlagenforscher in der öffentlichkeit für ihre Arbeiten werben, liegen die Zahnreihen eines Haifischgebisses, dessen rhetorischen Spitzen gelegentlich auch inhaltliche Widersacher in Angelegenheiten ethischer Fragen zum Opfer fallen. Wer nicht ihrer Meinung ist, wird entweder als panisch und religiös verblendet diffamiert, oder zum „Feind der Aufklärung“ erklärt. Vor den Priestern dieser "schönen neuen Religion", die unter Berufung auf sogenannte „wissenschaftliche Tatsachen“, die Gefühle der Menschen abwerten und Ihr Bedürfnis nach Würde, auch gegenüber Embryonen oder dem menschlichen Genom, auf geschickte Weise öffentlich unterminieren, kann man nicht deutlich genug warnen.
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