Meeresbiologie Fische im Fahrstuhl

(Foto: California Academy of Sciences)

Wenn Taucher Fische aus tiefem Wasser nach oben bringen, kann die Schwimmblase der Tiere platzen. Ein Fisch-Lift soll das nun verhindern.

Von Christian Weber

Wer sich als Fisch am Korallenriff auf Tiefen zwischen 60 und 150 Meter spezialisiert hat, schaut selten an der Meeresoberfläche vorbei. Das hat gute Gründe: Der Wasserdruck lässt weiter oben nach, die gasgefüllte Schwimmblase der Tiere dehnt sich aus wie eine Tüte Chips, die man ins Hochgebirge schafft. Im schlimmsten Fall platzt sie. Das ist der Grund, wieso viele dieser oft prachtvollen und bizarren Meeresbewohner noch nie von Laien im Aquarium gesehen wurde. Bislang konnten Taucher die Fische nur bergen, indem sie ihnen zum Druckausgleich ein kleines Loch in die Blase bohrten, eine mühsame und gefährliche Prozedur. Das ändert sich nun durch eine kleine, transparente Kunststoff-Druckkammer, die Wissenschaftler der California Academy of Sciences und des Monterey Bay Aquarium jetzt im Fachmagazin Frontiers in Marine Science vorgestellt haben. In der wassergefüllten Röhre lassen sich die Fische gefahrlos an Land bringen und mit dem Flugzeug bis zum Aquarium transportieren. Über ein Ventil lässt sich langsam der Druck in der Kammer verändern. Nach zwei bis drei Tagen hat sich der Körper der Tiere an die Verhältnisse angepasst und die Fische können Augenkontakt mit neugierigen Menschen aufnehmen.